
Gesehen von Marcus Fitsch -
Ein Hinterhof im beschaulichen Quedlinburg. Zehn Kung-Fu Schüler stehen an diesem heißen Sommertag erwartungsvoll auf dem kleinen Rasenstück vor ihrem Dojo. Sie tragen ihr offizielles Kampfgewand. Ihre Schwerter und Stöcke ruhen neben ihnen. Sie alle sind noch Kinder, doch ihre Mienen sind konzentriert und entschlossen.
Ihr Blick ruht auf ihrem Meister: Cheng Lijun. Der lächelt zufrieden. Dann wird er ernst, hebt die Hände vor die Brust, legt Faust an Handfläche und ruft laut ein paar Worte auf Chinesisch. Die Schüler antworten. Im Chor. Und ebenfalls auf Chinesisch. Mit der Abschiedszeremonie ist das Training beendet. Doch nur für die Kinder: Meister Cheng bereitet seine nächste Stunde vor.
In wenigen Minuten beginnt der Unterricht im Tai Ji. Seit drei Jahren wohnt Kung Fu-Meister Cheng Lijun nun schon in Quedlinburg. Und fast wirkt es so, als habe er sich in Quedlinburg bereits sein ganz eigenes kleines "Chinatown" geschaffen. "Wen Wu" nennt er das kulturelle Zentrum, das er hier gegründet hat. Die beiden Silben "Wen" und "Wu" vereinen, was der 43-Jährige den Menschen in Sachsen-Anhalt vermitteln will - die chinesische Kultur, die Schrift und die Lehre auf der einen, die Kunst des Kampfes und der Körpererziehung auf der anderen Seite.
Sachsen-Anhalt ist begeistert: Allein in Quedlinburg gibt "Meister Cheng", wie ihn hier jeder nennt, mehrere Kurse für Kinder und Erwachsene aus der Stadt. Doch auch seine Schüler in Magdeburg, Wernigerode und Blankenburg halten dem Meister seit Jahren die Treue. Sie wissen, was sie an Cheng haben. Schließlich trainieren sie mit einer echten Berühmtheit der internationalen Kung Fu-Szene. Cheng Lijun hat als Kung Fu-Meister und Botschafter bereits die ganze Welt bereist. Seine Erfüllung aber fand er schließlich in Quedlinburg und Sachsen-Anhalt.
Stabangaben
Buch und Regie: Marcus Fitsch
Kamera: Stefan Rauchhaus
Ton: Gregor Vogel / Steve Rothmann
Schnitt: Marcus Dippner
Aufnahmeleitung: Dominic Godehardt
Produktionsleitung: Evelyn Wenzel
Redaktion: Heribert Schneiders
Eine Produktion des MDR


