- Moritz Rinke über Helmut Newtons Fotografie

Für den Schriftsteller Moritz Rinke sind die Fotos von Helmut Newton seine Lieblingskunst.

Akt oder Pornographie? Mit den Fotografien von Helmut Newton ist das manchmal so eine Sache.

Moritz Rinke, Schriftsteller
"Ich habe vorhin einem Freund erzählt, dass ich zu Helmut Newton ins Museum gehe. Da hat er gesagt, wunderbar, gehst Du alleine? Sagte ich, nein, mit einem Kamerateam. Bist Du wahnsinnig?"


Sie können beruhigt sein, Herr Rinke. Wir stempeln sie nicht ab. Das wäre ungerecht. Nicht nur ihnen gegenüber, sondern auch der Kunst von Helmut Newton. Seine Fotos wurden oft genug in eine Ecke gestellt mit Pin Ups, Erotikfotos oder sogar Pornographie.

Klar hat Helmut Newton als Modefotograf vor allem Frauen fotografiert, schlank und verführerisch. Aber er hat sie nie ausgestellt, sagt Moritz Rinke: In den Fotos sind immer mehr als nur schöne Frauen in mal mehr oder mal weniger Kleidung zu sehen.

Moritz Rinke, Schriftsteller
"Ich glaube, er arbeitet hier mit den Gegensätzen. Die Frauen sind nackt, aber sie sind auch stolz. Und genauso, glaube ich, verweigert er auch diese Pin-Up-Funktion, also unbedingt diesen Warencharakter von Frauen auszustellen, sondern er inszeniert auch immer das Wesen von Frauen."


Den Schriftsteller Moritz Rinke interessieren vor allem die Geschichten, die der Fotograf Helmut Newton in seinen Bildern andeutet: Von welchem Stern kommen diese beiden? Was wird auf diesem Sofa als nächstes passieren? Und was bitte bringt Katze und Frau hier zum Fliegen? Gefragt nach einem Meisterwerk, hat er uns deshalb hierher geführt.

Moritz Rinke, Schriftsteller
"In der Fotografie kommt natürlich meiner Arbeit des Geschichtenerzählens und des Sehens und oft über Bilder Geschichten denkend sehr entgegen. Also, ich habe oft in meinen Geschichten, da sehe ich ein Bild, eine Konstellation und aus diesem Bild entsteht eine ganze Geschichte."



Autorin: Vanessa Loewel