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Es ist Punkt acht, als die so dringend benötigten Tischler mit Akkuschrauber und Bohrmaschine auf der Baustelle stehen.
Eigentlich würden Mathias Funk und Silvio Bernau jetzt weiter an den Kulissen für das Weihnachtsmärchen "Das tapfere Schneiderlein" bauen – haben aber für ein paar Stunden ihren Arbeitsplatz in den Werkstätten der Uckermärkischen Bühnen Schwedt mit der 96-Stunden-Baustelle getauscht. Sie bauen drei so genannte Dachbinder. Auf den hölzernen Dreiecken wird das Dach des Anbaus liegen. Danach geht es für die beiden wieder zurück zum Schneiderlein - auch hier läuft die Zeit, in 13 Tagen ist Premiere.
Ein prüfender Blick und Kopfschütteln beim Bauleiter: die Dachkonstruktion bereitet Jürgen Pohlmann Kopfzerbrechen – liegt die Last auf den richtigen Stellen? Stirnrunzeln, die Antwort muss der heimische Computer geben. Er gibt sie und Pohlmann kommt entspannt zurück auf die Baustelle: Alles in Ordnung!
Rush Hour auf der schmalen Kopfsteinpflasterstraße vor der Baustelle. Erst ein großer Laster der Firma Hemme-Milch aus Angermünde mit Frühstück: Milch und Quark für Wendemark. Viel Zeit zum Joghurt-Löffeln bleibt nicht, denn kurz darauf parkt der nächste Brummi rückwärts auf der Baustelle ein – mit einer fünf Tonnen schweren Betonröhre auf der Ladefläche – die Abwassersammelgrube. Endlich. Pohlmann weist den Fahrer ein, der die Grube mit einem Kran in das riesige Loch zirkelt. So, das wäre geschafft.
Überall hämmert und sägt es, aber irgendwie scheint es im Moment nicht vorwärts zu gehen. Gleich ist Halbzeit. „Am liebsten würde ich weiterarbeiten so lange es geht, bis Mitternacht, um zwei oder die ganze Nacht durch“, sagt Bauleiter Pohlmann. Wenn genügend Helfer kommen, werden die nächsten beiden Nächte kurz in Wendemark.
Text von Birgit Bruck
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/96stunden/archiv/96_stunden_vom_07/vom_schneiderlein.html