Am 1. September 1958 wurde die Abendschau zum ersten Mal ausgestrahlt; 2013 feierte die traditionsreiche Informationssendung des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) ihr 55. Jubiläum.
Das Jahr 1990 beginnt stürmisch. Bürgerrechtler dringen in die Stasi-Zentrale ein, während überall in der Stadt die Mauer durch Bürgerbeteiligung mehr und mehr verschwindet. Mit rotem Schal dabei: Walter Momper. Trabis und Wartburgs strömen in den Westen, die Stones rollen Richtung Osten.
Die Abendschau zeigte u.a. Bilder vom Mauerfall, vom Besuch des US-Präsidenten Clinton in Ost-Berlin, von der Oderflut und von der ersten Sonnabend-Schau der Abendschau.
Höhepunkte waren das Viermächte- und das spätere Transitabkommen, autofreie Sonntage, die Entführung von CDU-Chef Peter Lorenz, die Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR, die Gründung der Alternativen Liste 1978 und die Eröffnung des ICC 1979.
Die Höheunkte in den 60ern waren der Mauerbau, Der Tod von Peter Fechter, der Besuch von US-Präsident John F. Kennedy, das Attentat auf Rudi Dutschke Ostern 1968 und die
öffentliche Übertragung der Mondlandung.
Nicht immer läuft alles glatt: So kann auch mal die Tür vor dem Kamerateam zugeschlagen werden, Reporter werden plötzlich umarmt, Moderatoren versprechen sich oder zeigen sich auf einmal gar nicht mehr im Studio. in 55 Jahren kann da viel passieren.
Auch die Sendung selbst hat viel erlebt: Die Umstellung vom Schwarz-Weiß-Fernsehen auf Farbfernsehen, verschiedene Studioeinrichtungen, zahlreiche Moderatoren, Reporter und Kameraleute. 55 Jahre auf einen Blick!
Die Abendschau berichtet seit 1958 über das Wichtigste aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport, die Szenetrends und die Kiezgeschichten. Die Abendschau gibt es täglich von 19:30 Uhr bis 20:00 Uhr im rbb Fernsehen.
Der Golf ist bis heute das meistproduzierte Modell des VW-Konzerns. Im Jahre 1974 erschien er zum ersten Mal in der Produktpalette der Wolfsburger und schickte sich an, den Käfer als Volkswagen abzulösen. Wir blicken zurück ins Archiv und zeigen, wie die Abendschau den ersten Golf testete.
Die 5. Weltjugendfestspiele fanden 1973 erstmals in Ost-Berlin statt. 25.000 Menschen aus dem Ausland nahmen am politischen Dialog teil. Die DDR unter Erich Honecker wollte sich weltoffen zeigen und die Abendschau war auch hier vor Ort.
Ungehinderte Beinfreiheit. Das garantiert der Minirock. Zunächst als skandalös empfundenes Kleidungsstück Anfang der 60er wurde er bald zum weltweiten Verkaufsschlager avanciert. Wir haben nachgefragt, ob Mann und Frau auf diesen Trend aufspringen.
1965 gab es den Besuch des Jahrhunderts: Die britische Majestät Queen Elisabeth II. kommt zum längsten und teuersten Staatsbesuch bundesdeutscher Geschichte.
Am 1. September feiert die Abendschau ihren 55. Geburtstag. Wir wollen Sie deshalb mit Fundstücken aus unserem Archiv und kleinen Zeitreisen durch mehr als ein halbes Jahrhundert Berlin beschenken. Diesmal widmen wir uns der AVUS-Rallye des ADAC vom 27. Mai 1960.
Das Jahr 1960 beginnt streng genommen so wie jedes andere auch: Ungeduldiges Warten, ein Schnäpschen. Und dann endlich die erlösende Nachricht. Das Baby ist gesund und es ist das erste Kind, das im Jahr 1960 geboren wurde.
Zum letzten Mal dröhnen im Sommer Formel 1 Rennwagen über die Nordkurve der Avus. In zwei Läufen à 30 Runden wird der Große Preis von Deutschland ausgefahren.
Die DDR-Führung macht ernst: In der Nacht zum 13. August beginnen entlang der sowjetischen Sektorengrenze die Bauarbeiten für eine Mauer, bewacht von der Nationalen Volksarmee und der Grenzpolizei.
Die Mauer ist drei Jahre alt und wird immer unüberwindbarer. Deshalb suchen die Menschen neue Wege, um von Ost nach West zu fliehen. Die spektakulärste und größte Massenflucht findet unterirdisch statt.
Im Jahr 1967 besucht der Schah von Persien und seine Gattin Farah Diba Berlin. Am gleichen Tag wird der Student Benno Ohnesorg während einer Demonstration von der Kugel eines Polizisten tödlich getroffen.
Im Jahr 1969 begrüßt die Abendschau den frisch gewählten US-Präsidenten Richard Nixon. Er bleibt nicht der einzige Ami, der in diesem Jahr für Schlagzeilen sorgt.
Das neue Jahrzehnt präsentiert sich in knalligen Tönen. Seit zweieinhalb Jahren gibt es das Farbfernsehen in Deutschland. Im Jahr 1970 sendet auch die Abendschau erstmals aus dem Farbstudio.
Das übliche Bild am Grenzübergang Dreilinden. An das stundenlange Warten haben sich Berlin-Besucher, Brummifahrer und West-Berliner auf dem Weg in den Winterurlaub schon gewöhnt.
Für antiimperialistische Solidarität, Frieden und Freundschaft reisen gut 25.000 Teilnehmer aus 140 Ländern nach Ostberlin zu den zehnten Weltfestspielen der Jugend.
Im Jahr 1974 stolpert Willy Brandt, neun Jahre Regierender Bürgermeister in Berlin und seit 1969 Bundeskanzler in Bonn, über die Affäre Guillaume und tritt zurück.
Zum ersten Mal ist Berlin Schauplatz einer Entführung durch linke Extremisten. Am 27. Februar 1975 rammen Mitglieder der Bewegung 2. Juni den Dienstwagen von Peter Lorenz, schlagen seinen Fahrer nieder und kidnappen den CDU-Landesvorsitzenden.
Die Gartenbauämter Charlottenburg und Wilmersdorf haben sich etwas Neues für den Kudamm einfallen lassen: Betonkübel mit kärglicher Bepflanzung. Die Abendschau fürchtet um den Ruf der Stadt.
Um etwas mehr Bürgernähe zu schaffen, reitet die Berliner Polizei im Jahr 1977 auf dem Kudamm ein. Im Oktober erreicht der später so genannte deutsche Herbst auch Berlin.
Es ist das Jahr der ersten Berliner Boy-Band, den "Teens". Außerdem veröffentlicht das Magazin "Stern" die Protokolle von drogenabhängigen Berliner Jugendlichen - "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo".
Der Rollschuhtrend ist da. Die Abendschau greift das Thema auf und stellt die Moderatoren Evelyn Lazar und Klaus Strebe eine ganze Sendung lang auf Rollschuhe.
Im Jahr 1980 stürzt das Vordach der Kongresshalle auf Grund eines Konstruktionsfehlers ein. Das ultramoderne Haus war 1957 ein Geschenk der Amerikaner.
Der Regierende Bürgermeister Dietrich Stobbe scheitert mit der Neubesetzung seines Senats. Es ist eine Spätfolge des Garski-Skandals. Seine Kandidaten werden von der sozial-liberalen Koalitionsmehrheit nicht gewählt.
Mit Handschlag begrüßt Bundespräsident Richard von Weizsäcker am 11. Juni 1982 den amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan mit seiner Frau Nancy in Berlin. Die Berliner Straßenkämpfer lassen sich eine andere Art der Begrüßung einfallen.
Wissen die Teilnehmerinnen der Misswahl, wie der neue Regierende Bürgermeister heißt? Eberhard Diepgen tritt die Nachfolge von Richard von Weizsäcker an. Der geht nach Bonn und wird Bundespräsident.
Ein Bleiskandal eröffnet das Jahr. Die Akku-Firma mit dem schönen Namen Sonnenschein vergiftet den Berliner Boden. Auch der Kinderspielplatz hinter der Fabrik ist davon betroffen.
In diesem Jahr wird dem skandalumwitterten Charlottenburger Baustadtrat, Wolfgang Antes, der Prozess gemacht. Vom Bauunternehmer Horst Franke und aus dem Rotlichtmilieu sollen Bestechungsgelder von rund 1 Millionen Mark geflossen sein.
Bei der 750-Jahr Feier bleiben West und Ost unter sich. Erich Honecker will den Regierenden Bürgermeister West-Berlins bei seinem Festakt nicht dabei haben. Nur handverlesene West-Politiker machen sich auf den Weg in den Palast der Republik.
Der DDR-Liedermacher Stefan Krawczyk hat offiziell Auftrittsverbot, singt aber in Kirchenkreisen. Am Rande der Liebknecht-Luxemburg- Demo will er für mehr Meinungsfreiheit demonstrieren und wird eingesperrt.
So alt wie die Abendschau ist die DDR nicht geworden. Den vierzigsten hat sie zwar mit hochkarätigem Geburtstagsgast, aber nur mit Ach und Krach geschafft.
Die Grenze ist offen. Im Januar stürmt das Volk die Stasizentrale in der Normannenstraße in Lichtenberg, um zu erfahren, ob und wie es beschattet, bespitzelt und betrogen wurde.
Mit hauchdünner Mehrheit gewinnt Berlin die Wahl und wird Regierungssitz. Nicht nur hartgesottene Politiker haben Tränen in den Augen, ganz Berlin steht Kopf.
Die 14-jährige Berlinerin Franziska von Almsick tritt bei den Olympischen Spielen an. Ganz Berlin schaut nach Barcelona und die Abendschau sieht mit Franzis Eltern fern. Bei ihrer Ankunft in Tegel kann sich die Olympiasiegerin kaum frei bewegen.
Nachdem das Berliner Verfassungsgericht Erich Honecker für haftunfähig erklärt hat, greift die Polizei zu einer List, um den ehemaligen Generalsekretär des ZK der SED sicher ins Exil zu geleiten.
"Tunnelgangster" heißen die Hauptfiguren im wohl spektakulärsten Bankraub Berlins. Vier bewaffnete Männer stürmen die Commerzbank in Schlachtensee, nehmen Geiseln und fordern Lösegeld.
Das Sony Center am Potsdamer Platz existiert zu diesem Zeitpunkt nur virtuell, aber nicht mehr lange. Die größte Baustelle Europas wird zur Sehenswürdigkeit und die rote Infobox daneben zum Publikumsliebling.
Im Sommer des Jahres verursachen die Überschwemmungen bei der so genannten Oderflut schwere Schäden in Deutschland, Polen und Tschechien. Die Oderflut fordert zahlreiche Opfer.
Ein großer Teil des Potsdamer Platzes feiert Anfang Oktober die Fertigstellung. Ein ganz neues Viertel ist in wenigen Jahren mitten in der Stadt aus dem Boden gestampft worden.
Als kurdische Demonstranten versuchen, das israelische Generalkonsulat zu stürmen, eröffnet das Sicherheitspersonal das Feuer. Vier Kurden werden getötet und Dutzende verletzt.
Die WM 2006 findet in Deutschland statt, also auch in Berlin. Doch welche Euphorie die WM auslösen wird, das konnte man sich bei der Europameisterschaft 2000 noch nicht vorstellen.
Innerhalb einer Stunde fegt Sturmtief Anita über die Stadt und hinterlässt ein Bild der Verwüstung. Experten sprechen vom schlimmsten Unwetter seit Jahrzehnten.
Der Beginn des Irakkriegs Ende März schockt die Hauptstadt und lässt die Berliner spontan an der Siegessäule, am Brandenburger Tor und Alexanderplatz für Frieden demonstrieren.
Das Jahr startet mit einem Paukenschlag für Berlins Kassen-Patienten. 10 Euro Praxisgebühr sind beim Arztbesuch fällig. Durch diese erhofft sich das Bundesgesundheitsministerium jährliche Mehr-Einnahmen in Höhe 2,6 Milliarden Euro.
60 Jahre nach Kriegsende hat Deutschland endlich ein Mahnmal für die ermordeten Juden Europas. Das Holocaust-Mahnmal besteht aus 2177 Betonstelen, die die Bedrohung vermitteln soll, die KZ-Häftlinge damals empfanden.
Berlin bekommt endlich einen richtig schönen großen Hauptbahnhof. Mit einem Feuerwerk wird er begrüßt. Das Ungetüm aus Glas und Stahl muss allerdings einiges an Gemecker ertragen.
Das Jahr beginnt mit dem Orkan Kyrill und der neue Hauptbahnhof zeigt Schwächen. Ein Pfeiler kracht auf den Bahnhofsvorplatz und der Bahnverkehr wird unterbrochen.
Die Philharmonie brennt. Nach Dacharbeiten hat der Dachstuhl Feuer gefangen. Glücklichweise können alle im Haus befindlichen Mitarbeiter unverletzt evakuiert werden und die Feuerwehr hat den Brand schnell unter Kontrolle.