Inge Deutschkron (c) dpa

Serie: Zerstörte Vielfalt - Inge Deutschkron

Versteckt von nichtjüdischen Freunden, verbrachte Inge Deutschkron mehr als zwei Jahre in Berlin – bis zur ersehnten Befreiung am 8. Mai 1945. Vorher hatte sie ihr Arbeitgeber, der Kleinfabrikant Otto Weidt, vor der Deportation geschützt.

Später folgte sie ihrem Vater nach London und engagierte sich im Büro der Sozialistischen Internationale. Ab 1956 arbeitete sie als Journalistin in Bonn, dann viele Jahre für die israelische Zeitung MAARIV.

2001 kehrte Deutschkron nach Berlin zurück, bis heute liegt es ihr am Herzen, die Erinnerung an diejenigen Menschen im nationalsozialistischen Deutschland wach zu halten, die Zivilcourage gezeigt und Juden bei sich versteckt hatten.

Mehrfach hat sie das Bundesverdienstkreuz abgelehnt, weil in den 1950er-Jahren auch Menschen mit Nazi-Vergangenheit damit ausgezeichnet wurden. In ihrer Wohnung in Wilmersdorf hat Inge Deutschkron mit der Abendschau über ihre bewegte Vergangenheit gesprochen.

Beitrag von Arndt Breitfeld