Lise Meitner

Serie: Zerstörte Vielfalt - Lise Meitner

Die österreichisch-schwedische Atomphysikerin Lise Meitner verließ Deutschland im Jahr 1938. Gemeinsam mit Otto Hahn hatte sie mit ihrer Entdeckung der Kernspaltung das Atomzeitalter eingeläutet.

Geboren 1878 in Wien wächst Lise Meitner als Tochter eines jüdischen Rechtsanwaltes auf. Als eine der ersten Frauen studiert sie Physik, macht ihren Doktor und kommt 1907 nach Berlin. Die begabte Naturwissenschaftlerin wird schnell die Partnerin des gleichaltrigen Chemikers Otto Hahn, eine geniale Partnerschaft entsteht. Meitner wird schnell akzeptiert im Kreise  so berühmter Wissenschaftler wie James Frank und Albert Einstein. Nebenbei ist sie die wissenschaftliche Assistentin von Max Planck.

Lise Meitner wird sogar eine der ersten Professorinnen an der Berliner Universität, der heutigen Humboldt-Uni. Als 1933 die Nazis an die Macht kommen, ist ihre Universitätskarriere beendet. 1938 verlässt sie Deutschland und flieht über Holland nach Schweden.

Noch im Krieg wird Otto Hahn mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Lise Meitner tritt in den Hintergrund. Sie zieht zu ihrem Cousin ins englische Cambridge. Nur selten kommt sie noch nach Berlin. Die Berliner ehren sie 1959 mit der Benennung des Hahn-Meitner Instituts. Und die Freie Universität benannte erst vor drei Jahren den vormaligen Otto-Hahn-Bau auch nach Lise Meitner.

Beitrag von Georg Berger