Max Moor, Quelle: rbb/Kobalt Productions

- Interview mit Max Moor

rbb online sprach mit ihm über Bauern und Kultur in Brandenburg

Sie haben selbst einen Bauernhof im Brandenburgischen Hirschfelde. Wie sind Sie zum Bauern geworden?

Moor: Das ist eine lange Geschichte. Meinem Sattsein von der Stadt und der Kurzlebigkeit der Medien-Branche wollte ich etwas Nachhaltiges entgegen setzen und der Mensch ist, was er isst. Essen herstellen, in Zusammenarbeit mit der Natur, ist eine wunderbare, zufrieden machende Sache.

Was macht für Sie die Faszination des Landlebens aus?

Moor: Die Probleme und Aufgaben sind archaisch: Das Wetter, die Tiere, der Boden – alles hängt zusammen. Mit Lebewesen anstatt mit Maschinen zu arbeiten erdet ungemein. Du lernst Respekt vor dem Anderssein. Und: Die Menschen auf dem Land funktionieren nicht anonym, jeder in seiner selbst gewählten Blase, sondern gemeinschaftlich. Davonlaufen geht nicht. Du bist mit denjenigen konfrontiert, die da sind. Das schafft höhere soziale Kompetenz und Zusammenhalt. Reden ist gut, die Tat ist besser!

Sie bewirtschaften rund 70 Hektar Land, haben 70 Schafe und 17 Wasserbüffel. Bleibt da überhaupt noch Zeit für Kultur?

Moor: Ja.

Was macht den Kontrast zwischen Kultur und Landleben so spannend?

Moor: Ich empfinde es nicht als Kontrast. Die Agri-Kultur ist die erste und älteste Kulturleistung der Menschheit. Aus ihr entwickelte sich alles Andere. Kein moderner Künstler überlebt ohne die Agri-Kultur. Und die Kunst befasst sich mit dem, was du in der Agri-Kultur alltäglich lebst: Geburt und Tod, Wissen und Vergessen, Liebe, Treue, Eifersucht, Zusammenhalt und Verrat, Feindschaft, Kampf und Versöhnung.

rbb online sprach mit Max Moor über "Bauern und Kultur" in Brandenburg