Bert Dudek im Plattenbaugebiet Sachsendorf in Cottbus; Quelle: rbb

- Bert Dudek

Wenn Bert Dudek erzählt, wie es ihn nach Cottbus verschlagen hat, möchte man nicht in seiner Haut stecken. Bis 2008 arbeitete er als Kundendienstleiter bei der Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH in Ludwigsfelde. 17 Jahre lang führte er ein sorgenfreies Leben – doch dann kommt alles anders.
Während einer Dienstfahrt gerät in eine Alkoholkontrolle und wird mit 2,3 Promille aus dem Verkehr gezogen. Der Arbeitgeber reagiert sofort: Bert Dudek wird fristlos entlassen – und steht innerhalb weniger Momente vor einem Scherbenhaufen, das "alte" Leben gibt es plötzlich nicht mehr. Die Wohnung – eine Doppelhaushälfte in Werder - kann er sich mit seiner Frau nicht mehr leisten. Es beginnt die Suche nach einer neuen Bleibe, die er in Cottbus-Sachsendorf findet, in einem riesigen Plattenbau-Gebiet. Dort wohnt er heute in einer kleinen Einraum-Wohnung – und ist froh, dass er wieder auf die Beine gekommen ist. Der wichtigste Schritt in sein neues, deutlich bescheideneres Leben ist eine Alkohol-Therapie. Seit zwei Jahren ist er mittlerweile trocken.
Bert Dudek mit Lebensgefährtin und Hund ; Quelle: rbb
Seit März 2012 ist er beim Projekt "BuS" – Beschäftigung und Stadtteile - angestellt, befristet für ein Jahr – als "Mädchen für alles".Gemeinsam mit Anderen bereitet er Veranstaltungen vor und kümmert sich um alle im Wohngebiet anfallenden Probleme. BuS ist ein ESF-Projekt zur "sozialen Teilhabe Arbeitsloser im unmittelbaren Wohnumfeld". So heißt das im offiziellen Sprachgebrauch.

Für Bert Dudek bedeutet das: Endlich wieder gebraucht werden, endlich wieder raus sein aus der Isolation – und ganz nebenbei kann er sein Hartz IV-Geld auch noch um mehrere hundert Euro aufstocken. Und was passiert, wenn die befristete Stelle ausläuft? Bert Dudek hat schon neue Pläne: Dann möchte er gerne als Bufdi arbeiten – beim Bundesfreiwilligendienst. Auch das ist deutlich besser, als den ganzen Tag frei zu haben.

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