- Barbara Gloél

Barbara Gloél ist in der Stadtkirche Herzberg in Bürgerarbeit beschäftigt. Der Tourismuspunkt hat sich zu einer beliebten Anlaufstelle nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische entwickelt.

Barbara Gloél wohnt in Schlieben – in einem "Drei-Mädchen-Haus", wie sie es nennt, gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester. In der unteren Etage des Wohn- und Geschäftshauses befand sich bis 2007 ein Lebensmittelgeschäft, das die Familie nach langem Überlegen aufgeben musste. Die Konkurrenz der Discounter ließ keine andere Entscheidung zu.

Heute stehen die ehemaligen Geschäftsräume leer, das Leben der drei Damen findet in der oberen Etage statt. Jede hat ihre eigene Wohnung – trotzdem verbringen sie regelmäßig Zeit miteinander. Sie essen miteinander, sie helfen und ergänzen sich. Sie sei eher der Schreibtisch-Mensch, sagt Barbara Gloél, ihre Schwester mehr praktisch veranlagt: "Wenn es ein Formular auszufüllen gibt, bittet sie mich, das für sie zu tun, dafür putzt sie mir die Fenster".

Die ersten Jahre nach der Geschäftsaufgabe waren nicht leicht für Barbara Gloél. Was macht eine Frau in der zweiten Lebenshälfte in einer Region, die nur wenig berufliche Alternativen bietet? In Bürgerarbeit beschäftigt sein zum Beispiel. Barbara Gloél betreut seit zweieinhalb Jahren den Tourismuspunkt in der Stadtkirche Herzberg. Sie organisiert Stadtführungen, verkauft Veranstaltungstickets, führt Touristen und Einheimische durch die Kirche – und ist sehr zufrieden mit ihrer Arbeit.

Ein Gedanke, der immer mehr Raum einnimmt, bedrückt sie allerdings sehr: Ihr Arbeitsvertrag endet am 31. Juli dieses Jahres. Wie es dann weiter geht für sie, kann derzeit niemand sagen. Bürgerarbeit ist immer nur zeitlich begrenzt – so wie viele andere Arbeitsfördermaßnahmen zuvor. Doch was kommt danach?

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