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Wenn die Sonne scheint, freut sich der Mensch. So einfach ist das. Beim Ehepaar Franke aus Jeßnigk liegen die Dinge allerdings etwas komplizierter. Seit 2005 haben Petra und Roger Franke eine kleine Firma für Solaranlagen.

Anfangs brummte das Geschäft. Viele kleine Firmen und Einfamilienhausbesitzer entschieden sich für Solarstrom. Die großzügige Förderung des Stroms durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG – wollte sich kaum jemand entgehen lassen. Ein zwanzigjähriger Garantiepreis und eine gute Rendite – das lockte viele.
Heute – keine zehn Jahre später – hat sich das Geschäft – und damit die Stimmung des Ehepaares – erheblich eingetrübt. Durch den massiven Abbau der Einspeisevergütung ist das Solargeschäft kein Selbstläufer mehr, das Jahr 2013 war für Frankes "eine Katastrophe". Mehr als die Hälfte aller Solarfirmen im Landkreis Elbe-Elster ist mittlerweile pleite, wie lange das Ehepaar Franke noch durchhält, können sie nicht einmal selbst sagen.
Früher war die Schwester von Petra Franke in der Firma angestellt, heute ist kein Geld mehr für sie da, deshalb arbeitet sie ohne Gehalt.

Roger Franke reist viel durch die Gegend, besucht Messen und führt Gespräche, immer auf der Suche nach neuen Aufträgen. Wenn sich die Bedingungen weiter verschlechtern, wird er in einer anderen Firma eine Anstellung annehmen. So kann es auf keinen Fall weiter gehen.
Wenn in Jesnigk die Sonne scheint, stellen sich Petra und Roger Franke immer wieder die gleiche Frage: Warum nutzen wir die Sonne mit ihren unendlichen Reserven nicht noch mehr? Warum wird immer weniger für saubere Energie getan?
