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Sandra Müller ist jung – Anfang 20 – und seit fast einem Jahr "Schlossherrin". Sie hat nicht geerbt, wie man vielleicht denken könnte, sie ist seit dem 01.04.2013 die Leiterin der städtischen Schlossherberge in Uebigau.
Ausgesucht wurde sie vom Bürgermeister der Gemeinde, weil er sich von ihr eine bessere Vermarktung der Schlossherberge versprach, die er in absehbarer Zeit in die schwarzen Zahlen führen will.
Sandra Müller hat Tourismuswirtschaft in Erfurt studiert – und während ihres Studiums den Kontakt zur Stadt und zur Region gehalten. Der Städteverbund übernahm die Studiengebühren, die die private Fachhochschule "Adam Ries" während der dreieinhalb Jahre Studium von Sandra Müller verlangte.
Die Schlossherberge ist ein ansehnliches Gebäude – mit 22 Zimmern und 59 Betten. Außerdem gibt es Räume für private Feierlichkeiten, für Lesungen und Jubiläen. Besonders schwierig ist die Vermietung und Vermarktung im Winter, wenn kaum noch Schüler- und Reisegruppen in die Gegend kommen, sondern lieber auf die wärmere Jahreszeit warten.
In der Herberge arbeiten insgesamt fünf Frauen – Sandra Müller ist die jüngste Angestellte der "Weiberwirtschaft". Die Rückkehr von Sandra Müller in ihre alte Heimat ist etwas Besonderes für die Region, nur ganz, ganz wenige, die den Landkreis nach der Schule verlassen haben, kommen wieder zurück. Auch in dieser Hinsicht ist die Entscheidung des Bürgermeisters, eine junge, gut ausgebildete Frau mit einer Leitungsfunktion zu betrauen, ein positives und beispielgebendes Signal.

