Monika Chatali und Rainer Wolff (Quelle: rbb)

- Monika Chalati und Rainer Wolff

Monika Chalati, eine pensionierte Sozialpädagogin, zog 2001 von Berlin ins Oderbruch nach Neureetz und schloss sich wenig später dem Verein Geschichte, Kunst und Kultur Güstebieser Loose e.V. an.

Monika Chatali und Rainer Wolff (Quelle: rbb)

Die Künstler verkauften damals ihre Produkte in den Räumen des Dammeister Hauses in Zollbrücke, das sie aber räumen mussten, weil es baufällig wurde.
Monika Chalati hatte spontan eine Idee: Man könnte doch das alte Zollgebäude auf der anderen Seite der Oder nutzen. Seit dem Schengen Abkommen wurde es für den ursprünglichen Zweck nicht mehr benötigt. Der Bürgermeister von Gozdowice tat sich anfangs schwer wegen des deutschen Vereins, aber als Monika die Initiative privat ergriff, hatte er nichts mehr dagegen, und sie konnte das Haus in Beschlag nehmen. Zu renovieren war nicht viel, die Reparaturen wurden in Eigenregie erledigt.

Monika Chalati konnte Rainer Wolff fürs Café gewinnen und weitere 10 Künstler von der deutschen Seite, aus Polen stießen Künstler des polnischen Vereins und aus Therapieeinrichtungen dazu, die ihre Werke ausstellen und zum Verkauf anbieten – Malerei, Fotografie, Literatur, Töpferei, Schmuck, Bücherantiquariat; sehr beliebt ist auch der polnische Honig.

Seit 2011 betreibt Monika Chalati mittlerweile ihre Galerie, während Rainer Wolff, der auch einige seiner bedruckten T-Shirts ausstellt, die Besucher mit Kaffee und Kuchen versorgt.
Die Miete beträgt nur 200 €, die Kosten für Strom, Wasser, Putzmittel teilen sich die Künstler.

Monika Chatali und Rainer Wolff (Quelle: rbb)

Rainer Wolff, der aus der Strausberger Gegend stammt,  ist seit 2000 im Oderbruch zu Hause, er kaufte sich ein Häuschen in Neulewin (" …weil es hier einfach schön ist!"), damals war das noch ohne große Schwierigkeiten möglich  (" …als man es noch bezahlen konnte"). Auf dem Grundstück steht auch eine kleine Siebdruckerei. Er erledigt vor allem Auftragsarbeiten, bedruckt Werbeartikel für Unternehmen oder Gewerbetreibende aus der Umgebung.

Monikas Idee gefiel ihm sofort, er musste nicht lange überlegen.  Entstanden ist durch Privatinitiative ein deutsch-polnisches Projekt, das auch deshalb funktioniert, weil die einzige Fähre über die Oder seit 2007 beide Seiten wieder miteinander verbindet. Die Fähre trägt den bedeutungsvollen, absolut passenden Namen "Bez Granic" – "grenzenlos".