Axel Bitterwolf; Quelle: rbb

- Axel Bitterwolf

Als Axel Bitterwolf 1974 sich eine Musterwohnung in Marzahn anschauen wollte, musste er zum Fenster reinklettern, weil die Tür noch nicht funktionierte.
Nach Marzahn ist er dennoch umgezogen – er suchte eine größere Bleibe – mit etwas mehr Komfort, Zentral- statt Ofenheizung, keine hohen Decken mehr wie in der Lichtenberger Wohnung. 30 Jahre hat er in Marzahn gelebt. 2004 ist er mit seiner Frau nach Grünheide gezogen, weil es dort noch grüner und ruhiger ist.

Er hält es nicht für ausgeschlossen, später wieder nach Marzahn zurückzukehren, wenn er das Grundstück in Grünheide mit zunehmendem Alter nicht mehr pflegen und bewirtschaften kann. In der Marzahner Wohnung lebt heute seine Mutter, die er zwei Mal in der Woche besucht. Dafür muss er nicht extra anreisen:

Hier arbeite ich

Axel Bitterwolf ist Hausmeister und Hausbetreuer in der Marzahner Promenade. Er ist verantwortlich für mehr als 400 Wohnungseinheiten und rund tausend Mieter. Die Veränderungen in den vergangenen zwanzig Jahren hat er als Mieter und Angestellter der DEGEWO hautnah erlebt – ihm fällt auf, dass neuerdings Mieter auch aus dem Westteil der Stadt kommen – aus Kreuzberg, Neukölln, Wedding, viele Migranten und Bezieher von Arbeitslosengeld II.

Das sei den noch moderaten Mieten in Marzahn geschuldet und dem deutlichen Mietanstieg in Gegenden der Stadt, die stark nachgefragt werden. Die Zeiten des großen, bedrohlichen Leerstands in Marzahn seien vorbei, sagt er, in seinem Verantwortungsbereich gebe es nur noch acht freie Wohnungen. Gleich nach der Wende hätten im Durchschnitt 30 Prozent der Wohnungen leergestanden.