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In Neukölln begegnen den Reportern die gängigen Klischees: Hohe Arbeitslosigkeit, höchste Schulabbrecher-Quote, bunte Szenekultur. Stimmen die Klischees über den Berliner Stadtbezirk?
Das Seniorenpaar Ilse und Dieter Kämmerer lebt seit 40 Jahren in Neukölln, in Buckow. Für diesen Ortsteil haben sie sich ganz bewusst entschieden. Hier möchten sie nicht mehr weg. Ihr Schrebergarten liegt nur fünf Minuten von der Eigentumswohnung entfernt - er ist ihre grüne Oase.
Buckow - ihre Heimat - das ist für sie auch Gemütlichkeit. Auf einer Skala von 0 bis 10 geben sie Neukölln die Note "8".
Für Arzu und Ayhan Celebi, 35 und 40 Jahre alt, ist Neukölln vor allem Umbruch, Bewegung, multikulturell geprägt. Die Geschwister, deren Eltern als Gastarbeiter nach Berlin kamen, haben im Nordkiez - direkt am S-Bahnhof Neukölln - ein Hostel eröffnet. Das gastronomische Angebot in Neukölln - so finden sie - ist spitze. Und wie steht es um die Sicherheit? Man ist in der Großstadt, sagen sie, und raten den Touristen schon, in den Abendstunden vorsichtig zu sein.
Die vierköpfige Familie Uzun wohnt in der Richardstraße. Gül Aynur Uzun arbeitet als Stadtteilmutter und organisiert Kiezspaziergänge. Familie Uzun mag Neukölln und erlebt, dass sich der Bezirk seit fünf Jahren positiv verändert. Die Leute sind toleranter als woanders - es gibt viele Studenten und viele kleine Läden, in denen man gut und preiswert einkaufen kann.
Das rbb-Team trifft am Hermannplatz auf den ehemaligen Polizisten Karlheinz Gaertner, der mit dem Sozialarbeiter Fadi Saad ein Buch über die Gewalt auf den Neuköllner Straßen geschrieben hat.
Für den "Berlin-Brandenburg Check" erfahren die Reporter viele Dinge über Neukölln, die sie noch nicht wussten, die überraschend sind. Etwa, dass die Rixdorfer Fassbrause und der Vorläufer der Trainingshose in Neukölln erfunden wurden. Und die Gesamtnote für den Bezirk? Auch darauf darf man gespannt sein.
(Erstausstrahlung: 15.08.12/rbb)


