Dr. Sophie Gräfin zu Dohna; Quelle: rbb

- Gräfin zu Dohna

Dr. Sophie Gräfin zu Dohna hat sich für einen ganz und gar außergewöhnlichen Wohnort entschieden: Seit 2004 wohnt sie im Kloster Stift zum Heiligengrabe – zur Miete, allein in einer Doppelhaushälfte, über zwei Etagen.

Hier lebe ich

Dr. Sophie Gräfin zu Dohna; Quelle: rbb
Dr. Sophie Gräfin zu Dohna in Heiligengrabe
Mehr als 60 Jahre früher lebte sie schon einmal im Kloster – von 1940 bis 1942 als Schülerin im Internat. In solchen Fällen spricht man gerne davon, dass sich Lebenskreise schließen.

Aufgewachsen ist sie nach der Flucht vor dem sowjetischen Militär in Westdeutschland, sie hat dort studiert und gearbeitet, doch die Kontakte zum Kloster sind auch zu DDR-Zeiten niemals komplett abgerissen. Mehrmals war sie in dieser Zeit in Heiligengrabe.

Als Mieterin einer Wohnung auf dem Klostergelände kann sie sich, wann immer sie möchte, unkompliziert am Klosterleben beteiligen – an den verschiedenen Gebeten der Stiftsfrauen, an Andachten und der Liturgischen Vesper zum Wochenschluss – am Freitag um 18.00 Uhr.

Gräfin zu Dohna ist mit ihren 85 Jahren eine sehr rührige und mitten im Leben stehende Frau. Sie interessiert sich für vieles und überrascht ihre Gesprächspartner mit originellen Gedanken und Formulierungen.

Immer dienstags von 18.30 bis 20.00 Uhr bietet sie ehrenamtlich einen Qigong-Kurs an, der von Frauen aus der näheren Umgebung sehr gerne besucht wird. Außerdem bietet sie Führungen im Kloster an. "Im Sommer geht es hier zu wie in einem Bienenhaus", sagt sie. Erst in der kälteren Jahreszeit kehrt wieder etwas mehr Ruhe ein.

Weil sie ein bewegtes Leben hatte und es viel zu erzählen gibt, hat sie im Kloster eine Autobiografie geschrieben, die noch in diesem Jahr von einem kleinen Verlag veröffentlicht wird.

Ihre Tochter wohnt in Berlin und besucht sie regelmäßig. Ungefähr einmal im Monat macht sich Gräfin zu Dohna auf den Weg nach Berlin. So haben Mutter und Tochter einen intensiven und ständigen Kontakt zueinander.