
- Steckbrief Spandau

Ein Bezirk der Gegensätze
Welche Begriffe fallen Ihnen spontan ein, wenn Sie an Spandau denken? Die Zitadelle? Siemens und die Altstadt? Berlin Spandau ist ein Stadtbezirk der Gegensätze: Einerseits gehört Spandau mit seinen reizvollen Grün- und Wasserflächen zum Havelland, an vielen Stellen könnte man auf den Gedanken kommen, dass man sich gar nicht mehr in einer Großstadt befindet, andererseits war Spandau über lange Zeit industriell geprägt.

Wirtschaft
Im Ersten Weltkrieg war der Bezirk eines der bedeutendsten Rüstungszentren des Deutschen Reiches. Wenige Jahre zuvor, Ende des 19.Jahrhunderts, begann Siemens hier zu investieren – und ist auch heute noch dort. Seit Mitte der 90er Jahre leidet Spandau unter einer anhaltenden De-Industrialisierung, viele sozialversicherungspflichtige Jobs sind seitdem verloren gegangen. Mit seinen Ver- und Entsorgungseinrichtungen wie dem Kraftwerk Reuter, dem Müllverbrennungs- und Klärwerk Ruhleben sowie Produktionsstätten wie Siemens, Osram, BMW ist Spandau weiterhin ein bedeutender Wirtschaftsstandort in Berlin, diese modernen Betriebe können den Verlust an Arbeitsplätzen aber nur zu einem geringen Teil ausgleichen.

Geschichte
Ab Mitte 1945 gehörte Spandau zum britischen Sektor. Spandau war der einzige Berliner Bezirk, der durch den Ost-West-Konflikt geteilt wurde. Im Austausch gegen den "Seeburger Zipfel", den die Sowjets den Briten am 30. August 1945 für den Ausbau des Flugplatzes Gatow abtraten, wurde West-Staaken abgetrennt. Seit dem 3. Oktober 1990 gehört West-Staaken aufgrund des Einigungsvertrages wieder zu Spandau.
Die Zitadelle - das Wahrzeichen des Bezirks
Die Spandauer Zitadelle, die Ende des 16.Jahrhunderts fertig gestellt wurde, ist heute das Wahrzeichen des Bezirks. 1945 endete die militärische Nutzung der Zitadelle, heute pilgern regelmäßig Konzertfans nach Spandau, um dort Rockstars zu erleben. In diesem Jahr spielten zum Beispiel Bob Dylan, Billy Idol und The Pogues unter freiem Himmel. Die Zitadelle beherbergt in ihren Gewölben eines der größten europäischen Quartiere für überwinternde Fledermäuse. Um die 10.000 heimische Exemplare finden sich in der kälteren Jahreszeit in der Zitadelle ein, manch ein Tier nimmt dafür einen langen Anflug in Kauf, mitunter mehrere hundert Kilometer.
Tourismus
Doch es gibt noch viele andere interessante Anlaufpunkte für Touristen: die Nikolaikirche in der Altstadt, das Fort Hahneberg im Westen des Bezirkes, Behnitz und Kolk, das älteste Siedlungsgebiet der Altstadt und das Gut Neukladow, das für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird.
Besonderheiten
Etwas mehr als 220.000 Einwohner leben im Bezirk Spandau auf einer Gebietsfläche von 9.191 ha. Mit 24 Einwohnern je ha ist der Bezirk eher dünn besiedelt. In Spandau leben überdurchschnittlich viele Jugendliche. Nach Reinickendorf und Neukölln ist es der Bezirk mit dem (dritt-)höchsten Anteil an 6- bis unter 15- jährigen sowie 15- bis unter 20jährigen.

Wohnungsmarkt
Großsiedlungen der 50er- 70er Jahre, die ostdeutschen Plattenbauten sehr ähnlich sehen, findet man im Ortsteil Falkenhagener Feld und vor allem in Neu-Staaken. "Der Wohnungsleerstand im Falkenhagener Feld (Neubauviertel) betrug für das Jahr 2010 ca. 3,8 Prozent und die Kaltmiete lag bei durchschnittlich 4,54 Euro/Quadratmeter. Damit gehört das Falkenhagener Feld zu den günstigsten Refugien Berlins für Mieter.

Soziale Brennpunkte
Es ist festzustellen, dass der Zuzug von einkommensschwachen Haushalten ins Falkenhagener Feld in den letzten Jahren zugenommen hat. Das Gebiet kennzeichnet eine hohe Kinderarmut. Jede/r zweite der unter 15-Jährigen ist abhängig von Existenzsicherungs-Leistungen." ( aus dem Wohnmarktreport 2011 der GSW) Spandaus soziale Brennpunkt-Kieze mit Quartiers-Management sind Heerstraße Nord, Falkenhagener Feld Ost und West und die Spandauer Neustadt.
Die neun Ortsteile von Spandau
Spandau
Haselhorst
Siemensstadt
Wilhelmstadt
Gatow
Kladow
Hakenfelde
Falkenhagener Feld
Staaken
Haselhorst
Siemensstadt
Wilhelmstadt
Gatow
Kladow
Hakenfelde
Falkenhagener Feld
Staaken
