
- Von Napoleon, Berliner Spezialitäten und Pop-Diven
Drei kleine Geschichten aus der großen berlinisch-französischen Geschichte - ohne Gewähr.
Von Makrönchen und Buletten
Berlin ist "en vogue" in Paris. 23.000 Touristen aus Frankreich besuchen jedes Jahr die Stadt – und einige bleiben. Mittlerweile leben ungefähr 20.000 Franzosen in Berlin, vor allem Studenten, Künstler und Intellektuelle kommen. Sie bringen französisches Flair mit, und ihre Küche. Macarons zum Beispiel, das neue Trend-Gebäck in Berlin: In jedem Berliner Kiez, der sich Szene nennt, findet sich neuerdings eine Pâtisserie, in der es diese winzigen, pastellfarbenen Mandelbaisers gibt, gefüllt mit Buttercreme.
Die Erfolgsgeschichte einer anderen, allerdings fleischigen, kleinen Köstlichkeit wird sich damit wahrscheinlich nicht wiederholen: der Bulette. Denn auch sie ist eine französische Erfindung, kam vor 300 Jahren nach Berlin, mit den Hugenotten. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 bietet der Große Kurfürst den Hugenotten, die in Frankreich wegen ihres protestantischen Glaubens verfolgt werden, an, nach Berlin und Brandenburg zu kommen. 20.000 Franzosen folgen seiner Einladung. Die Spuren dieser Geschichte lassen sich heute noch im Berlinerischen finden: die Budike kommt von "boutique", plärren von "pleurer", etepetete von "être peut-être". Viele Berliner sprechen also mehr Französisch als sie denken.
Die Erfolgsgeschichte einer anderen, allerdings fleischigen, kleinen Köstlichkeit wird sich damit wahrscheinlich nicht wiederholen: der Bulette. Denn auch sie ist eine französische Erfindung, kam vor 300 Jahren nach Berlin, mit den Hugenotten. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 bietet der Große Kurfürst den Hugenotten, die in Frankreich wegen ihres protestantischen Glaubens verfolgt werden, an, nach Berlin und Brandenburg zu kommen. 20.000 Franzosen folgen seiner Einladung. Die Spuren dieser Geschichte lassen sich heute noch im Berlinerischen finden: die Budike kommt von "boutique", plärren von "pleurer", etepetete von "être peut-être". Viele Berliner sprechen also mehr Französisch als sie denken.

Napoleon, die diebische Elster
1806 zieht Napoleon siegreich durch das Brandenburger Tor: Die Quadriga lässt er abbauen und nimmt sie als Kriegsbeute mit nach Paris. In zwölf Kisten verpackt tritt sie ihre lange Reise auf dem Wasserweg nach Hamburg an, von dort mit dem Schiff über die Nordsee und wahrscheinlich über Rotterdam und den Rhein, ein Stück über Land und auf französischen Kanälen nach Paris an. Hier sollte sie auf einem Triumphbogen aufgestellt werden. 1808 wurde tatsächlich am Ende der Champs-Élysées mit dem Bau des "Arc de Triomphe" begonnen. Mit der Niederlage Napoleons I. 1813 und dem Einmarsch der Verbündeten in Paris 1814 konnte der Torschmuck wieder die Heimreise antreten. Als das Tor in Paris 1836 endlich fertig wurde, stand die Quadriga schon längst wieder auf dem Brandenburger Tor.

Eine Paris Bar mitten in Berlin
Vielleicht war die Sehnsucht zu groß - Paris ist immerhin 900 Kilometer entfernt - gesichert ist jedenfalls, dass 1959 ein ehemaliger Kantinenkoch der Alliierten die Paris Bar in der Kantstraße gründet. Studenten der nahe gelegenen Kunsthochschule an der Hardenbergstraße nutzen sie in den Anfangszeiten tatsächlich zunächst auch als Kantine. Ihr Image als DER "Promi-Treff" West-Berlins erwirbt sie sich erst später.
1978 übernehmen Würthle und Nohal, die Betreiber des "Exil" in Kreuzberg die Bar. Angeblich auf Rat des Grünen Otto Schily. Es dauert nicht lange, und Künstler wie Harald Juhnke, Otto Sander, Helmut Dietl, Götz George, Udo Lindenberg, Vadim Glowna, Ben Becker, Iris Berben und Bernd Eichinger zählen zu den Stammgästen. Auch wenn die Paris Bar das Kultstaffelholz längst an Borchardts, Grill Royal oder Cookies weiter gereicht hat, die "Paris Bar" und ihre Gescichten bleiben legendär. Angeblich soll Madonna eines Tages unangemeldet in die Paris Bar gekommen sein und sich an einem Tisch gesetzt haben. Als ihr von einem Kellner sachlich mitgeteilt wurde, dass dieser Tisch leider reserviert sei, und zwar für Gina Lollobrigida, reagierte sie verärgert. "Who the fuck is Gina Lollobrigida?" habe Madonna wohl erwidert – und blieb einfach sitzen. Das (happy) Ende der Geschichte ist leider nicht überliefert.
1978 übernehmen Würthle und Nohal, die Betreiber des "Exil" in Kreuzberg die Bar. Angeblich auf Rat des Grünen Otto Schily. Es dauert nicht lange, und Künstler wie Harald Juhnke, Otto Sander, Helmut Dietl, Götz George, Udo Lindenberg, Vadim Glowna, Ben Becker, Iris Berben und Bernd Eichinger zählen zu den Stammgästen. Auch wenn die Paris Bar das Kultstaffelholz längst an Borchardts, Grill Royal oder Cookies weiter gereicht hat, die "Paris Bar" und ihre Gescichten bleiben legendär. Angeblich soll Madonna eines Tages unangemeldet in die Paris Bar gekommen sein und sich an einem Tisch gesetzt haben. Als ihr von einem Kellner sachlich mitgeteilt wurde, dass dieser Tisch leider reserviert sei, und zwar für Gina Lollobrigida, reagierte sie verärgert. "Who the fuck is Gina Lollobrigida?" habe Madonna wohl erwidert – und blieb einfach sitzen. Das (happy) Ende der Geschichte ist leider nicht überliefert.
