Sie sind hier:
rbbonline | Berlinale


Die Berlinale Kamera gilt jenen, denen sich das Filmfestival besonders verbunden fühlt: Dieses Jahr wird neben dem Filmemacher und Schriftsteller Rosa von Praunheim die Schauspielerin Isabella Rossellini ausgezeichnet. Die 60-Jährige ist auf der Berlinale ein häufig gesehener Gast, 2011 war sie zudem Jury-Präsidentin.
Erstmals kam Isabella Rosselini 1994 zu den Filmfestspielen, und zwar als Hauptdarstellerin in Peter Weirs Wettbewerbsbeitrag "Fearless". Darin mimte sie die Ehefrau eines erfolgreichen Architekten, der nach einem Flugzeugabsturz aus dem seelischen Gleichgewicht gerät.
Rossellini ist die Tochter des schwedischen Filmstars Ingrid Bergmann und des italienischen Meisterregisseurs Roberto Rossellini – ein skandalumwittertes Paar im Filmgeschäft der 50er Jahre. Ihre Karriere startete sie zunächst als Modedesignerin und Journalistin. Ihr Schauspieldebüt gab sie 1976 an der Seite ihrer Mutter in Vincente Minellis "A Matter of Time". International bekannt wurde die dunkelhaarige Schönheit vor allem durch ihre Rollen in David Lynchs Filmen "Blue Velvet" (1986) und "Wild at Heart" (1990).
"Green Porno": Isabella Rossellini als Schnecke
Erst später profilierte Rossellini sich auch als Regisseurin und Produzentin. 2005 drehte sie mit dem kanadischen Experimentalfilmer Guy Maddin den Kurzfilm "My Dad is 100 Years Old". Der Film ist eine Hommage an ihren Vater Roberto Rossellini und lief 2006 auf der Berlinale. Auch ihr Regie-Debüt "Green Porno" präsentierte sie 2008 in der Sektion Forum Expanded des Filmfestivals. Der Film besteht aus acht comic-ähnlichen Kurzfilm-Episoden, die das Sexualleben von Regenwürmern, Libellen, Schnecken oder Gottesanbeterinnen darstellen. Mit viel Witz spielt Rossellini selbst darin eine Schnecke und ein Spinnenmännchen.
Als Berlinale-Chef Dieter Kosslick sie 2011 als Jury-Präsidentin begrüßte, lobte er sie als "vielseitig kreative Filmkünstlerin mit umfassenden Erfahrungen im europäischen, amerikanischen und internationalen Kino". Dieses Jahr erhält sie als Dank für ihre Verdienste für das Festival die Berlinale Kamera. Außerdem ist die Fortsetzung ihrer tierischen Kurzfilm-Reihe zu sehen: In "Mammas" schlüpft sie wieder in die unterschiedlichsten Tierrollen, dieses Mal, um die Mutterinstinkte der verschiedenen Arten zu erkunden.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg