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Who is Who? - die Berlinale Jury

Auch in diesem Jahr entschied eine hochkarätige internationale Jury über die Gewinner des Goldenen und der Silbernen Bären. Unter dem Vorsitz von Wong Kar Wai haben der deutsche Regisseur Andreas Dresen mit seinen Kollegen Susanne Bier, Tim Robbins, Shirin Neshat, Ellen Kuras und Athina Rachel Tsangari am 16. Februar die Hauptpreise vergeben, um die 19 Filme im Wettbewerb konkurrierten.

Wong Kar Wai (Jury-Präsident)

Regisseur Wong Kar Wai (Quelle: dpa)

Jury-Präsident Wong Kar Wai 

Der chinesische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent gehört zu den ästhetisch einflussreichsten zeitgenössischen Filmemachern. Wong Kar-Wai, der in Shanghai geboren wurde, studierte in Hongkong Grafikdesign und schrieb zahlreiche Drehbücher. 1994 gelang ihm mit dem stimmungsvollen Drama "Chungking Express" der internationale Durchbruch. Für "Happy Together" erhielt er drei Jahre später den Regiepreis in Cannes, auch sein Liebesdrama "In the Mood for Love" (2000) wurde vielfach ausgezeichnet. Bereits 2006 war Wong Kar-Wai Jury-Präsident beim Internationalen Filmfestival von Cannes, das 2007 mit seiner Romanze "My Blueberry Nights" eröffnet wurde. Auch bei der 63. Berlinale ist sein neuestes Werk, das Martial-Arts-Epos "The Grandmaster", Eröffnungsfilm des Wettbewerbs.

Susanne Bier

Die dänische Regisseurin Susanne Bier (Quelle: dpa)

Die dänische Regisseurin Susanne Bier 

Der gebürtigen Kopenhagenerin gelang nach Musikvideos, Werbespots und ersten Spielfilmen 1999 der internationale Durchbruch mit der Komödie "Der einzig Richtige". Außerdem realisierte sie zwei Filme im dokumentarischen "Dogma"-Stil: "Für immer und ewig" (2002) sowie das preisgekrönte Drama "Brothers – Unter Brüdern" (2004). Bereits 2008 wurde die mehrfach ausgezeichnete dänische Regisseurin in die Wettbewerbsjury der damaligen 58. Berlinale berufen, konnte ihren Posten aber wegen der Vorbereitungen zu ihrem Film "In einer besseren Welt" nicht antreten. Das vielschichtige Melodram gewann den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Zurzeit stellt Susanne Bier das Drama "Serena" mit Jennifer Lawrence und Bradley Cooper fertig.

Andreas Dresen

Andreas Dresen - vielfach ausgezeichneter Filmemacher 

Der gebürtige Geraer etablierte sich bereits mit seinem Kurzspielfilm "So schnell geht es nach Istanbul", einer Ost-West-Liebesgeschichte, die 1991 auf der Berlinale gezeigt wurde, als Regisseur für deutsche Gegenwartsthemen: Realistisch und zugleich humorvoll verbindet Andreas Dresen in Filmen wie "Die Polizistin", "Herr Wichmann aus der dritten Reihe" oder "Wolke 9" Zwischenmenschliches mit sozialen und politischen Fragen. Der vielfach ausgezeichnete deutsche Filmemacher hatte bereits im Jahr 2002 einen Silbernen Berlinale-Bären für seine Tragikomödie "Halbe Treppe" gewonnen. Seit November 2012 ist Andreas Dresen außerdem Laien-Verfassungsrichter in Brandenburg.

Ellen Kuras

Ellen Kuras (Quelle: snapshot-photography)

Die Dokumentarfilmerin und Kamerafrau Ellen Kuras 

Mit ihren ungewöhnlichen Bildkompositionen und ihrer großen stilistischen Bandbreite hat die amerikanische Kamerafrau und Dokumentarfilmerin den zeitgenössischen Film geprägt. Ellen Kuras, die 1959 in New Jersey geboren wurde, gab ihr Spielfilmkameradebüt 1992 in Tom Kalins Drama "Swoon". Sie ist eine der wenigen Kamerafrauen, die regelmäßig große Hollywoodproduktionen drehen: Unter anderem arbeitete sie mit Sam Mendes ("Auf nach nirgendwo"), Michel Gondry ("Vergiß mein nicht") und Spike Lee ("Summer of Sam") zusammen. Ihr Debüt als Regisseurin gab sie 2008 mit "The Betrayal". Die Langzeitdokumentation über eine Familie, die während des Vietnamkriegs aus Laos flüchten musste, wurde für den Oscar nominiert. Zurzeit arbeitet Ellen Kuras an einem Filmdrehbuch über die Komponistin Wally Reid.

Shirin Neshat

Shirin Neshat (Quelle: dpa)

Engagierte Iranerin: Shirin Neshat  

In ihren Werke setzt sich die iranische Künstlerin, Filmemacherin und Fotografin mit der schwierigen Situation von Frauen in der muslimischen Gesellschaft auseinander, hinterfragt jedoch auch westliche Wertvorstellungen. Neshat, die 1957 im Iran geboren wurde, verließ während der Machtergreifung Ayatollah Khomeinis ihre Heimat, um in den USA zu studieren. Mit ihren Audio-Video-Installationen "Turbulent" und "Rapture" gewann sie 1999 den Internationalen Preis der 48. Biennale von Venedig. 2009 wurde ihr erster Kinofilm "Women without Men" bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Neshat Shirin lebt in New York City, wo sie an ihrem zweiten Langfilm, einem Portrait der ägyptische Sängerin Umm Kulthum arbeitet.

Tim Robbins

Tim Robbins (Quelle: dpa)

Tim Robbins: Regisseur, Schauspieler, Aktivist 

Der US-amerikanische Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor wurde einem größeren Publikum erstmals 1988 als Baseball-Spieler in der Komödie "Annies Männer" unter der Regie von Ron Shelton bekannt. Hier lernte Tim Robbins auch seine Kollegin Susan Sarandon kennen, mit der er bis 2009 ein Paar war. Für seine schauspielerische Leistung wurde er mit einem Oscar als bester Nebendarsteller in dem Thriller "Mystic River" (2003) ausgezeichnet. Außerdem war er als Regisseur und Drehbuchautor tätig, unter anderem bei dem vielfach preisgekrönten Todesstrafen-Drama "Dead Man Walking" . Robbins setzt sich nicht nur filmisch mit brisanten sozialen und politischen Fragen auseinander, sondern nutzt auch die eigene Popularität, um auf Missstände hinzuweisen.

Athina Rachel Tsangari

Athina Rachel Tsangari (Quelle: dpa)

Athina Rachel Tsangari bei der Biennale in Venedig 2011 

Die griechische Produzentin, Schauspielerin und Filmemacherin gehört zu den herausragenden Regisseuren des neuen griechischen Kinos. Die Athenerin hatte in den USA studiert, wo ihr Regiedebüt "Fit" 1994 für den Studenten-Oscar nominiert wurde. Nach ihrem ersten Kinolangfilm "The Slow Business of Going" (2000) kehrte sie in ihre Heimat zurück. Dort entstanden in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Yorgos Lanthimos wichtige Filme des neuen griechischen Kinos. Durch das mehrfach ausgezeichnete Coming-of-Age-Drama "Attenberg" (2010) wurde sie auch einem internationalen Publikum bekannt. Zurzeit arbeitet Tsangari an "Duncharon", einer Science-Fiction-Komödie.

Ula Brunner

Stand vom 28.01.2013

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 28.01.2013 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Infos im WWW

Berlinale 2013

Website der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2013

[berlinale.de]

Eröffnung

Berlinale 2013: Der Regisseur und Berlinale-Jury-Präsident Wong Kar Wai ('The Grandmasters', 'Yi dai zong shi') (Copyright: 2011 Block 2 Productions Ltd., Quelle: berlinale.de)

Wettbewerb (außer Konkurrenz)

"The Grandmaster": Dialoglastiger Kung Fu in pittoreskem Ocker

Der diesjährige Jury-Präsident Wong Kar Wai verlässt sich auf seine filmischen Markenzeichen - und verliert sich im Eröffnungsfilm der Berlinale in einer verworrenen Geschichte um Kampfeskunst und Ehre. Von Fabian Wallmeier _mehr

Im Interview

So 10.02.13 18:20

Ellen Kuras

Radioeins-Reporterin Julia Vismann hat die Kamerafrau Ellen Kurras getroffen, die in diesem Jahr in der Internationalen Jury der Berlinale sitzt. [Radioeins]

Do 07.02.13 19:10

Andreas Dresen

Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Regisseure und in diesem Jahr Jurymitglied. Andreas Dresen war zu Gast im Radioeins-Bus. [Radioeins]

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Berlinale Bär auf der Leinwand (Quelle: dpa)

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