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Angelina Jolie und Shahrukh Khan waren in den vergangenen Tagen die Stars der Berlinale. Doch der Dienstag gehörte ganz allein ihr, der Schauspielerin Meryl Streep. Am Abend wurde die 62-Jährige im Rahmen der Deutschlandpremiere ihres neuesten Filmes "The Iron Lady" mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
"Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, als Dieter es mir sagte", erinnert sich Streep an den Moment, als sie von der Auszeichnung für ihr Lebenswerk auf der Berlinale erfuhr. Es sei "überwältigend, in einem Land außerhalb des eigenen geehrt zu werden." Die Schauspielerin bekam den Goldenen Ehrenbären am späten Dienstagabend im Berlinale-Palast überreicht. Gäste der Verleihung waren unter anderem auch Altbundespräsident Richard von Weizsäcker und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit.
Stundenlang hatten zuvor Fans in Schnee und Kälte ausgeharrt, um einen Blick auf Meryl Streep erhaschen zu können. "We love Meryl" und "Meryl, streeply the best" war auf den Plakaten zu lesen, die den Roten Teppich säumten. Zwischen die Anhänger hatten sich auch zahlreiche Demonstranten gemischt, die die Veranstaltung nutzten, um auf die Bedrohung eines Hausprojekts in Berlin-Mitte aufmerksam zu machen.
In seiner launigen Laudation gab Berlinale-Jurymitglied Jake Gyllenhaal zu, sich früher vor Meryl Streep gefürchtet zu haben. "Wir haben sie alle in 'Der Teufel trägt Prada' gesehen", sagte Gyllenhaal auf der Bühne. Bei ihm habe der Film schreckliche Erinnerungen ausgelöst. Gemeinsam mit Streeps Sohn Henry habe er sich als Teenager mit Hängehosen in Gangsterposen geübt. Bei der Mutter sei Gyllenhaal als 13-Jähriger nicht sonderlich beliebt gewesen. Streep konterte unter dem Gelächter des Publikums: "Er hatten einen schlechten Einfluss auf meinen Sohn!"
Matrjoschka im Thatcher-Kostüm
Bereits am Nachmittag wurde Meryl Streep bei der Vorstellung ihres Films mit viel Applaus von der versammelten Presse empfangen. Von einem Verehrer ihrer Arbeit bekam sie einen Blumenstrauß mit Grüßen zum Valentinstag. Ein anderer Journalist überreichte Streep zu ihrer großen Überraschung eine russische Matrjoschka-Figur, die die Schauspielerin in ihrem Thatcher-Filmkostüm zeigt.
Meryl Streep spielt in dem Film "The Iron Lady" die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher. Obwohl Streep für die Rolle ein sehr aufwändig gestaltetes Make-up benötigte, um der echten Politikerin ähnlich zu sehen, sei es nicht hart für sie gewesen, diese Rolle zu spielen. "Es ist schwer, wenn man mit animierten Robotern und Special Effects spielt. In dieser Rolle allerdings fühlte ich mich echt", sagte Streep über ihre Arbeit.
Sie sei vor allem interessiert gewesen, ein dreidimensionalen Porträt von Margaret Thatcher zu zeichnen und habe eine Menge interessante Dinge über sie erfahren. "Ich habe gelernt, dass sie eine Abtreibungsbefürworterin war – das hat mich und auch viele Konservative in den USA überrascht", sagte Streep. "Margaret Thatcher ist eine Feministin – ob es ihr gefällt oder nicht. Die Tatsache, dass sie es an die Spitze dieses Clubs geschafft hat, hat anderen den Weg geebnet."
Zur kontroversen Diskussion vor allem in Großbritannien darüber, ob man Thatcher als demente Frau zeigen dürfe, sagte Streep: "Der wirklich radikale Ansatz des Films ist, Margaret Thatcher als Menschen zu zeigen - und sie in ihrem jetzigen Zustand zu zeigen – oder zumindest unserer Vorstellung davon."
Eine subjektive Fiktion
Regisseurin Phyllida Lloyd zeigt Thatcher in ihrem biografischen Film allerdings nicht nur als durchsetzungsfähige Politikerin, sondern als ältere Dame, die mit ihrer fortschreitenden Demenz zu kämpfen hat. Lloyd sagte: "Wir wollten die Demenz zeigen, damit darüber gesprochen wird." Zum Wahrheitsanspruch des Films sagte sie: "50 Prozent dieses Films ist reine Fiktion. Und die andere Hälfte des Films ist komplett aus Margaret Thatchers Perspektive erzählt. Er ist also sehr subjektiv."
Nach ihrer persönlichen Meinung über Margaret Thatcher gefragt, sagte Meryl Streep: "Wenn man als Schauspieler eine Figur spielt, richtet man nicht über sie, weil man sonst künstlerisch zum Scheitern verurteilt ist." Streep ist für ihre Darstellung der Margaret Thatcher bereits mit einem Golden Globe ausgezeichnet worden.
Jim Broadbent sagte über seine Rolle als Ehemann Margaret Thatchers: "Er hatte einen großen Sinn für Humor. Sie hingegen war bekannt dafür überhaupt keinen Sinn für Humor hat. Man schrieb ihr Witze in ihre Reden, die sie nicht verstand."
Quelle: rbb online/ Fabian Wallmeier/ berlinale.de
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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