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Mit Christian Petzolds "Barbara" ging am Samstagabend der erste deutsche Wettbewerbsfilm in das Rennen um die Bären. Nina Hoss spielt darin eine Ärztin, die in den 1980er Jahren von der Berliner Charité in die mecklenburgische Provinz versetzt wird, weil sie einen Ausreiseantrag gestellt hat.
Mehr als 20 Jahre ist das Ende der DDR her - dennoch kann ein Film über den Alltag im Spitzelstaat noch heute zutiefst berühren. Christian Petzold bekam für sein einfühlsames ostdeutsches Liebesdrama "Barbara" großen Applaus. Extra-Beifall erntete Hauptdarstellerin Nina Hoss.
Auf der Pressekonferenz am Mittag sagte die in Stuttgart geborene Nina Hoss, sie habe sich im Vorfeld viel über die DDR-Zeit informiert. "Mir ging es darum, wie es sich anfühlte. Wie misstrauisch man war, was man sich erzählte", sagte sie.
Keine Rekonstruktion der DDR
Christian Petzold betonte aber, es sei ihm nicht darum gegangen, die DDR zu rekonstruieren. "Wie können sich die Menschen aus den Trümmerstücken ein Rettungsboot bauen", seien Fragen gewesen, die ihn interessiert hätten. "An den Ostgeschichten hat mir immer gefallen, dass sich Arbeitsbeziehungen in Liebesbeziehungen entwickeln", sagte Petzold weiter.
Im Film bereitet Jörg, Barbaras Geliebter aus dem Westen, ihre Flucht über die Ostsee vor. Und Barbara wartet. Die neue Wohnung, die Nachbarn, der Sommer und das Land, all das berührt sie nicht mehr. Sie arbeitet in der Kinderchirurgie unter Leitung ihres neuen Chefs André (Ronald Zehrenfeld) – aufmerksam gegenüber den Patienten, distanziert gegenüber den Kollegen. Nach anfänglicher Zurückhaltung kommen sich die beiden über die Arbeit näher. Doch André verwirrt sie. Sein Vertrauen in ihre beruflichen Fähigkeiten, seine Fürsorge, sein Lächeln. Warum deckt er ihr Engagement für die junge Ausreißerin Stella? Ist er auf sie angesetzt? Ist er verliebt? Barbara beginnt die Kontrolle zu verlieren. Über sich, über ihre Pläne, über die Liebe. Dann rückt der Tag ihrer geplanten Flucht näher.
Nach "Gespenster" (2005) und "Yella" (2007) stellt Christian Petzold 2012 seinen dritten Film im Wettbewerb der Berlinale vor. "Barbara" ist bereits die fünfte Zusammenarbeit von Petzold und Nina Hoss – und Petzold sagte, sie werde sicher fortgesetzt werden. Hoss sei für ihn "eher Medium als Muse".
(Quelle: rbb online/berlinale.de/dpa)
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