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Am Freitag liefen die drei letzten Beiträge im Wettbewerb, darunter der französische Film "Elle s'en va (On my Way)" mit Leinwandikone Catherine Deneuve. Zur Weltpremiere des Animationsfilms "The Croods" sind außerdem Nicolas Cage und Emma Stone nach Berlin gekommen.
Regisseurin Emmanuelle Bercot hat die Rolle der Bettie in ihrem Roadmovie "Elle s'en va" für Catherine Deneuve geschrieben. Sie spielt Bettie, eine Frau Anfang 60, die ihre Familie, Gäste und die Angestellten ihres bretonischen Restaurants zurück lässt - weil ihr die Zigaretten ausgegangen sind. Sie steigt einfach ins Auto, fährt los und lässt ihr bisheriges Leben hinter sich.
Weltpremiere im Wettbewerb: "The Croods"
Mit "The Croods" feierte der einzige Animations- und gleichzeitig 3D-Film im Wettbewerb seine Weltpremiere. Das Steinzeitabenteuer von Kirk DeMicco und Chris Sanders lief allerdings außer Konkurrenz. Im Original des neuen DreamWorks-Spektakels sprechen Nicolas Cage und Emma Stone zwei der Hauptfiguren, Grug und seine eigensinnige Tochter Eep. Beide waren auf dem roten Teppich dabei, genauso wie Uwe Ochsenknecht und Janin Reinhardt, die deutschen Synchronstimmen in "The Croods".
Auf der Pressekonferenz zum Film zeigten sich Cage und Stone gutgelaunt. "Ich habe schon gehofft, dass ich in Wirklichkeit anders aussehe als in der Rolle", scherzte Nicolas Cage auf die Frage, inwieweit er sich mit Steinzeitvater Grug identifiziert habe. Emma Stone, die dem rebellischen Teenager Eep ihre Stimme geliehen hat, sagte über ihre Rolle: "Ich mochte es sehr, dass Eep so stark ist. Das war gar nicht einfach, denn man muss eine solche Figur mit vollem Körpereinsatz sprechen."
Für ihre deutschen Kollegen war die Arbeit im Synchronstudio eine besondere Herausforderung. "Ich hab mir den Originalfilm angehört mit Nicks Stimme und dachte mir, es wird nicht leicht," sagte Uwe Ochsenknecht, der in der deutschen Version den Part des Vaters übernommen hat.
Setzt auf den Zufall: Regisseur Hong Sangsoo
Ebenfalls im Wettbewerb gezeigt wurde der koreanische Film "Nugu-ui Ttal-do Anin Haewon (Nobody's Daughter Haewon)". Der Regisseur Hong Sangsoo erzählt in seinem 14. Spielfilm die Geschichte einer Studentin, die eine heimliche Affäre mit ihrem Professor hat, die Beziehung aber nun beenden will.
"Wenn ich Filme mache, verlasse ich mich auf den Zufall", sagte Hong Sangsoo auf der Pressekonferenz zum Film. "Das kann der Schauspieler sein oder was ich erlebe. Und ich verliebe mich dann." Als er seine Hauptdarstellerin, Jung Eunchae, das erste Mal traf, sei es für ihn genauso gewesen. "Das Gefühl, das sie mir vermittelt hat, wollte ich zeigen", so Hong.
Hong Sangsoo ist kein Neuling auf den großen europäischen Filmfestivals, in Cannes wurde er mehrfach für die Goldene Palme nominiert, unter anderem 2012 für "In Another Country". Auf der Berlinale war er 2008 mit dem Film "Nacht und Tag" im Wettbewerb zu sehen.
Bundespräsident besucht Dokumentarfilm-Premiere
Am Nachmittag hat Bundespräsident Joachim Gauck mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt die Weltpremiere des Dokumentarfilms "Gold - Du kannst mehr als Du denkst" besucht.
In dem Film von Michael Hammon geht es um das Leben von drei paralympischen Athleten, die auf ihrem Weg zu den Spielen 2012 in London begleitet wurden. Protagonisten sind die deutsche Schwimmerin Kirsten Bruhn, der australische Rennrollstuhlfahrer Kurt Fearnley und der kenianische blinde Marathonläufer Henry Wanyoike.
Neben "Gold" bildet ein weiterer Dokumentarfilm über die Paralympics 2012 den Abschluss einer Gesprächsreihe im Haus der Berliner Festspiele. In "Mein Weg nach Olympia" begleitet Regisseur Niko von Glasow, der "einzige kurzarmige Filmregisseur Deutschlands", Sportler bei ihren Vorbereitungen auf die Paralympics, darunter die einarmige Tischtennisspielerin Aida Husic Dahlen aus Norwegen, den vom Hals ab gelähmten griechischen Boccia-Champion Greg Polychronidis sowie die einbeinige deutsche Schwimmerin Christiane Reppe. Neben den Regisseuren werden auch einige der porträtierten Sportler anwesend sein.
Beide Filmvorführungen sind barrierefrei zugänglich und werden mit Audiodeskription gezeigt. Die anschließenden Gespräche werden in Gebärdensprache übersetzt.
"Gläserne Bären" in der Sektion Generation
In der Sektion Generation 14plus erhielt am Freitag der polnische Film "Baby Blues" den "Gläsernen Bären" für den besten Spielfilm. Der Film über junge Elternpaare zwischen dem Wunsch nach Freiheit und elterlichen Pflichten kam bei der siebenköpfigen Jugendjury gut an: "Der diesjährige Gewinnerfilm überzeugt uns durch die völlig unvorhersehbare Entwicklung seiner Geschichte. Der auffällige Schnitt und die innovative Regieführung verleihen ihm eine vielfarbige Dynamik", so das Juryurteil. Den "Gläsernen Bären" für den besten Kurzfilm erhielt in diesem Jahr die serbische Produktion "Rabbitland" von Ana Nedeljković und Nikola Majdak.
Die Berlinale widmet seit 1978 mit der Sektion Generation Kindern und Jugendlichen ein spezielles Filmprogramm.
"Teddy Awards": Queerer Filmpreis mit politischer Dimension
Am Freitagabend wurde außerdem zum 27. Mal der schwul-lesbische Filmpreis der Berlinale verliehen. Eine neunköpfige Jury wählte die Gewinner aus knapp vierzig Filmen mit queeren Themen aus allen Sektionen des Festivals. Der Teddy wurde in den Kategorien bester Spielfilm, bester Dokumentarfilm/Essay und bester Kurzfilm vergeben, außerdem gibt es einen Sonderpreis der Jury.
Für Wieland Speck, Leiter der Sektion Panorama und "Teddy"-Mitbegründer hat die Preisverleihung nach wie vor einen politischen Aspekt. Der "Teddy" biete queeren Filmen eine Plattform, die in den Heimatländern vieler Filmemacher überhaupt keine Tradition hätten. "Wenn wir einen Kurzfilm aus Kambodscha zeigen können, in dem man einem lesbischen Paar begegnet, ist das immer noch etwas Besonderes", so Speck.
Das Schwerpunktthema des diesjährigen "Teddy Award" hieß "Celebrate Queer Icons". Gefeiert wurden diesem Motto entsprechend Ikonen von Valeska Gert über Barbara Stanwyck bis hin zu Marcel Proust und Virginia Woolf. Die Gala für den "Teddy Award" fand in der Station Berlin statt. Highlight des Showprogramms am Abend: der Auftritt von Popstar Rufus Wainwright.
Die Teddy Awards werden seit 1987 vergeben, inspiriert von Wieland Speck und Manfred Salzgeber. Drei Jahre später richteten die Organisatoren erstmals eine festliche Gala zur Verleihung aus. 1992 schließlich wurde der Teddy in die offizielle Liste der Berlinale-Preise aufgenommen.
Erster Preisträger war kein Geringerer als Pedro Almodóvar für seinen Film "Das Gesetz der Begierde". Später folgte eine Vielzahl mittlerweile weltberühmter Regisseure, Schauspieler und Aktivisten, darunter Gus van Sant ("My Private Idaho"), Oscarpreisträgerin Tilda Swinton und Visconti-Schauspieler Helmut Berger.
Auch in diesem Jahr seht die Teddy-Verleihung unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit.
Das rbb Fernsehen zeigt Höhepunkte der Teddy-Verleihung am Montag, den 18. Februar 2013 ab 1 Uhr.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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