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Ein Mythos wird 100: Mit einem Festakt wurde am Sonntag in Potsdam das Filmstudio Babelsberg gefeiert - die Wiege des deutschen Films. Berlinale-Direktor Dieter Kosslick ehrte das Studio aus diesem Anlass mit einer Berlinale-Kamera. Mit dieser Auszeichnung werden seit 1986 Filmpersönlichkeiten und Institutionen geehrt, denen sich die Berliner Filmfestspiele in besonderem Maße verbunden fühlt.
Der Vorstand der Studio Babelsberg AG Carl L. Woebcken freute sich sichtlich, die Auszeichnung von Dieter Kosslick entgegenzu nehmen. Rund 600 Gäste waren am Sonntagvormittag für den Festakt in die Potsdamer Marlene-Dietrich-Halle gekommen, darunter Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Kulturstaatsminister Bernd Neumann.
Drehbeginn am 12. Februar 1912
Der Grundstein für das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt wurde 1911 gelegt. Am 12. Februar 1912 fiel die erste Klappe zu Urban Gads Stummfilm "Der Totentanz", dessen restaurierte Fassung im Rahmen der Veranstaltung gezeigt werden soll.
Auch auf den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin wird das große Jubiläum des Filmstudios mit einer Filmreihe geehrt. Für die Jubiläumsschau hat der Filmhistoriker Rainer Rother zehn Meilensteine aus allen wichtigen Schaffensperioden des Studios ausgewählt - angefangen von Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm "Der letzte Mann" (1924) über DEFA-Klassiker wie "Das Kaninchen bin ich" (1965) bis hin zu Großproduktionen aus jüngster Zeit, darunter "Der Vorleser" (2008) mit Kate Winslet. Auch "Münchhausen", einer der teuersten wie erfolgreichsten Filme des Dritten Reiches mit Hans Albers in der Titelrolle, ist im Rahmen der Jubiläumsreihe zu sehen.
Platzeck: Babelsberger Filmproduktionen lassen Hollywood aufhorchen
Bereits im Vorfeld hatte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) Potsdam-Babelsberg als Filmstandort mit internationaler Anziehungskraft gewürdigt. "Wir sind wieder Schauplatz großer Filmproduktionen, die auch in Hollywood aufhorchen lassen", sagte Platzeck.
Um das Studio herum hätten sich mehr als 130 Unternehmen aus der Medienwirtschaft angesiedelt. Die Hochschule für Film und Fernsehen, das Hasso-Plattner-Institut und das Erich-Pommer-Institut stünden für Innovation "auf dem Weg in die digitale Zukunft".
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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