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Das amerikanische Drama "Keep The Lights On" von Ira Sachs ist am Freitag bei der Berlinale beim 26. Teddy Award als bester Spielfilm ausgezeichnet worden. Mit dem Teddy werden alljährlich Filmemacher geehrt, die sich mit schwul-lesbischen oder Transgender-Themen auseinandersetzen. Ein "Special Teddy" geht in diesem Jahr an die deutsche Regisseurin Ulrike Ottinger und den Schauspieler Mario Montez. Beste Doku wurde "Call Me Kuchu" von Malika Zouhali-Worrall und Katherine Fairfax Wright.
Die Teddy-Jury begründete ihre Entscheidung für "Keep The Lights On" damit, dass dieser Film ein intimes Portrait der Schwierigkeiten beim Aufbauen liebervoller, unterstützender und ehrlicher Beziehungen zeichne. Außerdem würde dabei präzise die Waage gehalten zwischen genauer Beobachtung und kinematographischer Glanzleistung, so dass der Film universelle Themen mit einer einzigartigen visuellen Bandbreite zum Leben erwecke.
Die neunköpfige Teddy-Jury verlieh Preise in den Kategorien bester Spielfilm, bester Dokumentar/Essayfilm und bester Kurzfilm. In diesem Jahr beschäftigten sich insgesamt 48 Filme aus allen Sektionen der Berlinale mit queeren Themen – eine Rekordauswahl für den Teddy.
Zur Verleihung und der anschließenden Party kamen mehr als 3000 Gäste in die Haupthalle des Flughafen Tempelhof. Der Abend wurde unter anderem ausgestaltet von den Musikerinnen Marianne Rosenberg und Peaches, die beide auf der Teddy-Bühne standen. Zum ersten Mal fand der große Teddy-Abend in zwei Teilen statt. Auf die Preisverleihung folgte später die große "Teddy Award Late-Night-Show", musikalisch ausgestaltet vom Elektropop-Duo Stereo Total und dem DJ-Newcomer Alle Farben.
Künstlerische Lebensleistung gewürdigt
Neben den Hauptkategorien wurden auch wieder Preise für besondere Leistungen in der schwul-lesbische Filmszene verliehen. Für ihr künstlerisches Werk erhielt in diesem Jahr zum Beispiel die deutsche Regisseurin Ulrike Ottinger einen der beiden "Special Teddy Awards" des Abends.
Sie sei bereits mit ihren frühen Filmen der 70er Jahre zu einer kulturellen und emanzipatorischen Inspiration in der deutschen Filmlandschaft geworden, heißt es in der Begründung für die Wahl. In Filmen wie "Laokoon und Söhne", "Die Betörung der blauen Matrosen" und "Madame X" nahm Ottinger gesellschaftliche und ästhetische Entwicklungen vorweg und entwickelte sich zu einer stilistischen Wegbereiterin der sich entwickelnden Punk-Kultur.
Der Pate aller Superstars
Der zweite "Special Teddy" ging in diesem Jahr an den Schauspieler Mario Montez. Als "Pate aller Superstars" hat er sich nach Ansicht der Organisatoren mit seinem Lebenswerk ebenfalls diese Auszeichnung verdient. Mit seinen ersten Auftritten in den Filmen der US-Underground-Ikone Jack Smith in den frühen 60er Jahren habe Montez die Fantasie sowohl der Zuschauer als auch künftiger Regisseure begfügelt. Besonders prägend sei sein Spiel mit der Identität und die Überhöhung der konservativen Geschlechterrollen gewesen - und das Bild einer befreiend vielgeschlechtlichen Diva, das er vermittelte.
Erster Teddy ging an Pedro Almodóvar
Die Teddy Awards werden seit 1987 vergeben, inspiriert von Wieland Speck und Manfred Salzgeber. Drei Jahre später richteten die Organisatoren erstmals eine festliche Gala zur Verleihung aus. 1992 schließlich wurde der Teddy in die offizielle Liste der Berlinale-Preise aufgenommen.
Erster Preisträger war kein Geringerer als Pedro Almodóvar für seinen Film "Das Gesetz der Begierde". Später folgte eine Vielzahl mittlerweile weltberühmter Regisseure, Schauspieler und Aktivisten, darunter Gus van Sant ("My Private Idaho"), Oscarpreisträgerin Tilda Swinton und Visconti-Schauspieler Helmut Berger.
Auch in diesem Jahr stand die Teddy-Verleihung unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit.
(Quelle: rbb online/ teddyaward.tv/dpa)
Das rbb Fernsehen zeigt Höhepunkte der Teddy-Verleihung am Montag, den 20. Februar 2012 ab 00:15 Uhr.
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