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Nach der glanzvollen Eröffnung am Donnerstagabend hat nun die Jagd auf die Bären begonnen. Am Freitag feierten drei Wettbewerbsfilme im Berlinale Palast Premiere. Hollywood-Star Matt Damon sorgte für den notwendigen Promi-Faktor.
US-Schauspieler Matt Damon war am Freitag die Attraktion am Potsdamer Platz. Er spielt in dem Öko-Drama "Promised Land" von Gus Van Sant mit. Der US-Regisseur thematisiert darin die umstrittene Förderung von Erdgas durch das sogenannte Fracking.
Damon hat zusammen mit seinem Kollegen John Krasinsky selbst das Drehbuch geschrieben und den Film produziert. Eigentlich wollte er auch Regie führen. "Aber ich hatte keine Zeit, und so habe ich Gus gefragt – er war die erste Person, die ich angesprochen habe. Und er hat gleich 'ja' gesagt", so Damon am Freitag über die Zusammenarbeit mit Regisseur Gus Van Sant.
Stellung bezieht Hollywood-Star Damon auch zu einem brisanten Berlin-Thema: "Ich würde es lieben, wenn Berlin den internationalen Flughafen hätte, den es als Hauptstadt verdient", sagte der 42-Jährige, als er auf die Pannen am geplanten neuen Berliner Flughafen angesprochen wurde. Er komme sehr gerne in die deutsche Hauptstadt - doch auf die Zwischenstopps in Frankfurt könne er auch gut verzichten.
"Paradies: Hoffnung" ins Rennen um die Bären gestartet
Der Österreicher Ulrich Seidl schließt in "Paradies: Hoffnung" seine Trilogie ab. Die vorangegangenen Teile, "Liebe" und "Glaube", liefen bereits auf den Filmfestivals in Cannes und Venedig. Ein solcher Festival-Hattrick ist zuletzt 1993/1994 Krzysztof Kieślowski mit seiner "Drei Farben"-Trilogie geglückt. "Hoffnung" erzählt nun die Geschichte eines übergewichtigen Mädchens in einem Diät-Camp, das sich in einen 40 Jahre älteren Arzt verliebt.
Ein Aspekt, der Seidl an dem Stoff für "Paradies: Hoffnung" vor allem interessiert habe, war es, eine Lolita-Geschichte nicht aus der Perspektive des Mannes sondern aus der des Mädchens zu erzählen. "Ein Mann um die 50 erfährt die Liebe eines Mädchens, eigentlich auf sehr keusche Art. Und daran berührt ihn etwas", sagte Joseph Lorenz, der den Arzt spielt, auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Films. "Das ist ein ganz schmaler Grat und den haben wir versucht vor die Kamera zu tragen."
Brisantes aus Polen: Der Film "In the Name of"
Aus Polen kam der erste Wettbewerbsbeitrag des Festivals: "In the Name of" von Małgośka Szumowska ist ein Drama um einen schwulen Priester. Homosexualität unter Geistlichen ist ein brisantes Thema, gerade im katholischen Polen. Die Regisseurin sieht ihren Film als wichtigen Beitrag zu einer aktuellen gesellschaftlichen Diskussion. Dennoch habe sie keinen explizit politischen Film drehen wollen: "Ich will kein politisches Statement machen, mein Film erzählt in erster Linie von Gefühlen."
Regiedebüt von Nachwuchstalent Joseph Gordon-Levitt
Mit Spannung wurde auch das Regiedebüt von Joseph Gordon-Levitt erwartet: Seine Komödie "Don Jon's Addiction" über einen Pornosüchtigen eröffnete die Panorama-Reihe. Gordon-Levitt spielt die Hauptrolle in seinem eigenen Film. Eigentlich wurde auch seine Star-Kollegin Scarlett Johansson erwartet, doch sie hat es nicht zur Premiere nach Berlin geschafft. Sie spielte Freitagabend am Broadway, so der Regisseur Gordon-Levitt auf der Pressekonferenz zu seinem Film.
Glanzvolle Eröffnung mit Staraufgebot
Zur Auftaktgala der 63. Internationalen Filmfestspiele Berlin am Donnerstag waren wieder zahlreiche Prominente aus Film und Fernsehen erschienen. Im Blitzlichtgewitter standen unter anderen US-Star Jane Fonda, Isabella Rossellini sowie die deutschen Schauspieler Mario Adorf, Jürgen Vogel, Heike Makatsch, Nina Hoss, Veronica Ferres und Christiane Paul sowie Regisseur Wim Wenders.
Auch die Polit-Prominenz ließ sich diesen Glamour-Event nicht entgehen: Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) schritten über den roten Teppich.
In diesem Jahr widmen sich viele Filme politischen Themen. Es geht zum Beispiel um Landnahme, unterdrückte Frauen und einen schwulen Priester in Polen. Beim Wettbewerbsbeitrag "Pardé" handelt es sich um ein absurdes Drama um zwei Schauspieler und einen Regisseur. Ihn drehte der iranische Regisseur Jafar Panahi, der im Iran Arbeitsverbot hat und den Film illegal produzierte.
In seinem Grußwort bat Neumann die iranische Regierung, Panahi nach Berlin reisen zu lassen. Neumann wies darauf hin, dass die Berlinale mit 400.000 Besuchern das größte Publikumsfestival der Welt ist. Ihr Motto sei "Es lebe der Unterschied". "Intoleranz und Fanatismus" seien die Ursache von Konflikten, sagte Neumann und verwies dabei aktuell auf Mali und Syrien.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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