In fünf Brandenburger Landkreisen werden am 24. Januar die Landräte direkt von den Bürgern gewählt. Doch in den Stichwahlen werden nicht nur die Kreischefs gewählt. Es geht auch um die Zukunft dieser noch ganz neuen Wahl. _mehr
In sechs Brandenburger Landkreisen werden in diesem Jahr neue Landräte gewählt. Dabei müssen die Landräte erstmals per Direktwahl gewählt werden. Den Anfang machen am 10. Januar die Kreise Barnim, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Ostprignitz-Ruppin und Spree-Neiße. In der Uckermark wird der neue Landrat am 28. Februar gewählt. Dort hatte eine Bürgerinitiative die Wahl durch den Kreistag noch im Dezember verhindert. Auch in Oberspreewald-Lausitz hatte ein erfolgreiches Bürgerbegehren die Direktwahl durchgesetzt. [Video]
Die Landratswahl in der Uckermark war besonders spannend, denn die Menschen dort hatten sich die Direktwahl im Herbst 2009 per Bürgerentscheid erstritten. Sind sie jetzt auch zur Wahl gegangen? Mindestens 16.725 der 111.500 Uckermärker mussten wählen gehen, damit die Abstimmung gültig ist. _mehr
Am nächsten Sonntag wird in der Uckermark ein neuer Landrat gewählt. Den Neuen erwartet kein leichtes Amt. Die Arbeitslosigkeit liegt weit über dem Landesdurchschnitt, und im Kreishaushalt klafft ein Loch von 30 Millionen.
In fünf Landkreisen werden nun die Landräte per Stichwahl ermittelt. Zum Beispiel im Oberspreewald-Lausitzkreis hat SPD-Frau Martina Gregor Ness einen schweren Start. Der Schipkauer Bürgermeister Sigurd Heinze verfehlte den Wahlsieg mit nur 700 Stimmen.
Für den dienstältesten Landrat der Mark ist es der letzte Arbeitstag: Christian Gilde geht in den Ruhestand. Seit der Wende hat Gilde den Posten inne. Zuerst leitete er die Verwaltung im damaligen Kreis Wittstock. Nach der Neuordnung der Landkreise wurde er Landrat im Kreis Ostprignitz-Ruppin.
Am Sonntag wird in fünf Kreisen ein neuer Landrat gewählt. Im "Wahlnavigator" von "Brandenburg aktuell" steht am Freitag Oberspreewald-Lausitz im Fokus: Der Kreis gehört landesweit zu den größten Sorgenkindern: seit über einem Jahr führungslos, weil der frühere Landrat Georg Dürrschmidt wegen des Besitzes von Kinderpornographie verurteilt wurde.
Bodo Ihrke von der SPD ist der dienstälteste Landrat im Brandenburg. Er würde gern im Amt bleiben, das er am 10. Januar bei der Direktwahl des Landrats verteidigen muss. Gegen ihn treten Margitta Mächtig (Die Linke) und Frank Valentin (parteilos) an.
In Ostprignitz-Ruppin ist der bisherige Landrat Christian Gilde (SPD) in Rente gegangen. Um seine Nachfolge haben sich Ralf Reinhardt (SPD), Willi Göbke (Die Linke), Egmont Hamelow (CDU) und Dr. Franz Josef Conraths (Grüne) beworben.
Der scheidende Landrat hat sich jahrelang für eine friedliche Nutzung des so genannten "Bombodrom" eingesetzt und war am Ende auch erfolgreich. Auf seinen Nachfolger kommen nicht minder schwere Aufgaben zu: Es gilt, Einsatz zu zeigen für die Entwicklung des Geländes und seiner Umgebung.
Der Landkreis Elbe-Elster ist vor allem ländlich geprägt und hat mit hoher Abwanderung zu kämpfen. Als Landratskandidaten haben sich Lutz Kilian (SPD), Christian Jaschinski (CDU) und Iris Schülzke (parteilos) aufstellen lassen.
Die Landratswahlen in der Uckermark sind gescheitert. Wegen der geringen Wahlbeteiligung von 29,1 Prozent verfehlte Schmitz das Quorum von 15 Prozent aller Wahlberechtigten knapp.
Für die Stichwahl hofften alle Beteiligte auf mehr Bürger, die wählen gehen. Denn wenn der Sieger nicht mindestens 15 Prozent der Stimmen der Wahlberechtigten erhält, fällt das Wahlrecht an den Kreistag zurück.
Wahlmüdigkeit diagnostizieren viele Bürger für sich selbst. Denn es war für viele Brandenburger die sechste Wahl innerhalb weniger Monate: Europawahl, Bundestagswahl, Landtagswahl, Bürgermeisterwahl, Landratswahl und nun die Stichwahl, zu der kaum einer erschien.
Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hatten die Bürger die Wahl zwischen Egmont Hamelow von der CDU und Ralf Reinhardt, der für die SPD antrat. Zum Landrat wurde trotzdem keiner gewählt: Niemand schaffte es, die vorgeschriebenen 15 Prozent Stimmen aller Wahlberechtigten auf sich zu vereinigen.
In einer Stichwahl sollten in fünf Landkreisen die Landräte bestimmt werden. Rund 600.000 Wahlberechtigte waren an die Urnen gerufen. Wie beim ersten Wahlgang vor 14 Tagen war die Wahlbeteiligung aber eher verhalten. Im Oberspreewald-Lausitz-Kreis blieben die Wahllokale meist leer.