Karen Duve hat die Märchen der Gebrüder Grimm neu aufgeschrieben. Und zwar so, wie wir sie noch nie gelesen haben. Schneewittchen aus der Perspektive des größten Zwerges zum Beispiel.
Der größte der Zwerge ist hinter Schneewittchen her. Er und seine sechs Kollegen sind Kumpels, Bergarbeiter - richtige Männer. Jeder begehrt Schneewittchen auf seine Art. Doch sie heiratet den Prinzen, weil der einfach attraktiver ist als die kleinen Zwerge. Dabei kennt Schneewittchen ihren Bräutigam kaum. Es kommt wie es kommen musste: die beiden lassen sich scheiden.
Figuren: Rotkäppchen und der böse Wolf
So zum Beispiel geht Karen Duves Version von "Schneewittchen". Fünf Märchen hat sie in ihrem Buch nacherzählt und jedes hat einen anderen Klang. Mal wählt sie die Sprache des 19. Jahrhunderts. Mal ist sie im hier und jetzt.
Karen Duve und Christine Thalmann (r.)
Karen Duve hat ihre Märchen für Erwachsene geschrieben. Kinder würden sich da nur langweilen, sagt sie. Die Gebrüder Grimm haben die perfekte Vorlage geliefert. Und man merkt ihr den Spaß an, mit dem sie sich die alten Texte noch einmal vorgenommen hat.
Märchen spiegeln die Seele des Volkes, sagt man. Karen Duve hat sie von der oft schweren Moral befreit und spannend und poetisch zugleich neu geschrieben. Das ist gute Unterhaltung.
Was lesen Sie? Welche Bücher haben Sie beeindruckt? Max Moor spricht mit dem Politiker Franz Müntefering über die Bücher seines Lebens. Christine Thalmann wird als Lektüretipps drei Bücher und ihre Autoren vorstellen.
Die Menschen, von denen Helmut Krausser erzählt, sind "nicht ganz schlecht". Aber eben auch nicht gut, wenn es darum geht, sich treu zu bleiben. Er erzählt die Geschichte von Zwillingsbrüdern in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.
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Es hatte alles so harmlos begonnen. Lothar W. biss an einem Sonntagmorgen in ein Mohnbrötchen. Sein Vorderzahn knackte und bröckelte trostlos in die Marmelade.