
Gesehen von Dominique Horwitz -
Weimar ist auf den ersten Blick nichts anderes als eine große Museumsstadt, ein Abziehbild deutscher Kulturgeschichte. Um den Bildungsbürger anzulocken, möchte man in dieser Stadthauptsächlich das Bild der Klassik konservieren und ganz auf die Attraktivität der Kulturgeschichte bauen.
Das Bewahren aber kostet viel Geld; Geld, das fehlt, um Modernes zu entdecken oder entstehen zu lassen. Weimars Blütezeit als führende Stadt für das Geistes- und Kulturleben im Land liegt Jahrhunderte zurück. Dafür bezahlt es jetzt seinen Preis - den Preis, auf Erneuerung zu verzichten. Warum? Weil die Touristen genau das von Weimar erwarten. Aber was genau wollen die Touristen? Wofür geben die ihr Geld aus? Was lassen sie sich Kultur kosten und vor allem welche Kultur?
Der vor 56 Jahren in Paris geborene Schauspieler, Sänger und Regisseur Dominique Horwitz lebt seit 2003 unweit der wohl deutschesten aller deutschen Städte - Weimar; Stadt der Klassik, Gründungsort der Weimarer Republik, des Bauhauses und der Hitlerjugend, kreisfreie Stadt, Universitätsstadt und Kulturhauptstadt Europas 1999.
Heute hat Weimar knapp 63 Tausend Einwohner. Einer von ihnen ist Gunter Grobe, seines Zeichen Kutscher. Mit ihm erlebt Horwitz die Stadt, die sein Zuhause geworden ist.
Stabangaben
Buch und Regie: Dominique Horwitz, Anna Schmidt
Kamera: Axel Funk
Ton: Frank Scheufler
Schnitt: Mario Biehl
Redaktion: Katja Wildermuth
Eine Produktion des MDR

