Rolf Bergmann und Johannes Unger (Quelle: rbb/Jenny Sieboldt/Oliver Ziebe)
Rolf Bergmann (rbb) und Johannes Unger (rbb)

Johannes Unger (rbb) und Rolf Bergmann (rbb) - Vorwort

Eine Tagebauarbeiterin aus der Lausitz, die mit Herz und Energie riesige Kohle-Bagger dirigiert; eine bunte Musikertruppe, die das kühle Hamburg zum Kochen bringt; ein Fahrschullehrer aus Baden-Württemberg, der auch mit 80 noch sein Familienunternehmen führt; und ein fernöstlicher Kung-Fu-Meister, der in Sachsen-Anhalt Meditationskurse
anbietet. Sie alle verkörpern ein Stück Heimat.

Sie alle sind Deutschland - so wie es die Filmemacher unseres Projektes 16 x Deutschland sehen.

Es stimmt: Das Dokumentarische, die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, das - wenn man so will -  "Wahrhaftige" hat es im Fernsehen nicht leicht. Der differenzierte Blick und die leisen Töne werden immer mehr von Trash, Talk und "Scripted Reality" grell überstrahlt
und dumpf übertönt. Und sicher stimmt auch dies: Konkurrenz, Formatierung und das Streben nach möglichst breiter Akzeptanz beeinflussen auch die Arbeit der Redaktionen in den öffentlich-rechtlichen Sendern. Umso wichtiger ist es, dass die ARD und das Gemeinschaftsprogramm DAS ERSTE dem dokumentarischen Fernsehen immer wieder Freiräume und Möglichkeiten eröffnen. Das Projekt "16 x Deutschland - Menschen, Orte, Geschichten" ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür.

Die Dokumentarfilmredaktionen der ARD haben sich zusammengetan, um gemeinsam ein außergewöhnliches dokumentarisches TV-Event zu realisieren: 16 Filmemacher und Autorinnen werfen - passend zum "Tag der deutschen Einheit" - einen ganz persönlichen Blick auf die Region, aus der sie stammen oder das Bundesland, in dem sie leben.

Was mag ich an meiner Heimatregion? Und was nicht? Wie sehe ich die Menschen, und was ist typisch? Warum ist ein Biertresen der Mittelpunkt des Rheinlandes? Versteckt sich hinter der "Marke Bayern" mehr als Laptops und Lederhosen? Oder: Was macht mich zu einer Hessin?

Diesen ganz einfachen und doch sehr persönlichen und komplexen Fragen sind die Filmemacher nachgegangen. Jede/r auf seine Art - so originell und emotional wie möglich. Herausgekommen ist ein ganz ungewöhnliches, buntes und vielfältiges Porträt des Landes, in dem wir leben - "Heimatfilme" der besonderen Art.

Den beteiligten Redaktionen hat das Projekt viel Spaß gemacht. Wer, wenn nicht die ARD, kann aus der föderalen Vielfalt ein gemeinsames "Kunstwerk" herstellen? Unser Dank gilt ganz besonders den Autorinnen und Regisseuren, die mitgemacht haben - bei diesem spannenden, dokumentarischen Reigen.

Johannes Unger (rbb) und Rolf Bergmann (rbb)