
Die Geschichte der deutschen Reichsbahn in West-Berlin -
Die erste Fernsehdokumentation über dieses politische, ökonomische und menschliche Kuriosum, sie erzählt ein nahezu unbeleuchtetes spannendes Kapitel Stadt und Zeitgeschichte.

Eine der merkwürdigsten deutsch deutschen Geschichten ist die Geschichte der ostdeutschen Reichsbahn in West Berlin als der Osten durch den Westen fuhr. Im Kalten Krieg fuhren auch im Westteil der Stadt die Züge nach sozialistischem Fahrplan, die volkseigene "Deutsche Reichsbahn" der DDR, sicherte im Auftrag der Alliierten den Eisenbahnbetrieb in ganz Berlin.
Tausende Beschäftigte, mehr als 300 Kilometer Schienenwege und ein Netz von Gebäuden, Anlagen gehörten zum einzigen sozialistischen Großbetrieb in West Berlin. Mit Aktivisten, Brigaden, Parteileitung, Plan und Wettbewerb. Mit Marx und Thälmann an der Wand, mit wehenden DDR Fahnen am 7. Oktober, dem Nationalfeiertag der DDR, auf den Westberliner S-Bahnhöfen.

Die Dokumentation zeigt, wie die Reichsbahn im Westen Berlins zu einem Faustpfand der Westmächte und einer kommunistischen Trutzburg, zu einem Zankapfel des Kalten Krieges und zu einem delikaten deutsch deutschen Geschäft wurde.


So verkam die S-Bahn zu einer "Geisterbahn", ein immer größeres Verlustgeschäft für die DDR. Allmählich verwahrlosten die Bahnhöfe, wurden Strecken stillgelegt. Die S-Bahn wurde zum "Schmuddelkind" in Westberlin.
Trotzdem gab die DDR diesen besonderen "Außenposten des Sozialismus" nicht so schnell auf, pochte immer wieder auf ihre Hoheitsrechte. Schließlich kam es zum Tabubruch im sozialistischen Betrieb, es gab Entlassungen, dann Streik. Nach jahrelangem Hin und Her erfolgte Mitte der achtziger Jahre die Übergabe der S-Bahn an die BVB West Berlins.

Die Deutsche Reichsbahn war für die Beschäftigten jahrelang eine Art "Familienbetrieb". Für die meisten Westberliner aber war sie ein Schandfleck. Der Job bei der Reichsbahn blieb verpönt. Die Eisenbahner kamen fast alle aus Westberlin, sie galten als "Fünfte Kolonne der SED".
Interviews mit den ehemaligen Reichsbahnern, mit Senatsangestellten und Mitarbeitern des DDR Verkehrministeriums geben Einblicke in eine abgeschlossene Welt voller "Grenzerfahrungen" zwischen Ost und West.
