Wissenschaftler im Naturschutzgebiet Katy Rybackie, Quelle: rbb/NDR

Zu Besuch im Bernsteinland - Am Frischen Haff

Begegnungen in einem Land der leisen Töne. Rund um das Frische Haff scheinen die Uhren langsamer zu gehen als anderswo. Der Film hat wunderschöne Impressionen eines melancholischen Landes einfangen.

Es entstanden aber auch kleine Porträts von Menschen, deren Familien aus vielen Teilen Polens und der Ukraine hierher kamen, nachdem die Deutschen als Ergebnis des II. Weltkrieges ihre angestammte Heimat verlassen mussten.
Die Frühlingsreise bewegte sich zwischen den Traumstränden der Frischen Nehrung und dem altehrwürdigen Städtchen Frombork/ Frauenburg mit seinem berühmten Dom, zwischen dem berüchtigten KZ Stutthof/ Stutowo, den Kormoran-Kolonien von Katy Rybackie und dem liebenswerten Örtchen Kadinen/ Kadyny, in dem sich einst der letzte deutsche Kaiser eine Sommerresidenz errichten ließ.
Jolanta Tulisow vom Reiterhof, Quelle: rbb/NDR
Pferdeflüsterin Jolanta Tulisow

Es sind tatkräftige Menschen, die hier leben, sie nehmen ihr Schicksal in die eigenen Hände. Der Bernsteinfischer von der Nehrung, der dem Gold der Ostsee bei Wind und Wetter nachstellt, ebenso wie die junge Frau, die mit viel Idealismus einen Reiterhof betreibt.

Oder die Männer vom polnischen Grenzschutz: Sie sichern an der Grenze zu Russland gleichzeitig die Außengrenze der Europäischen Union. Im Sommer patrouillieren sie in pfeilschnellen Booten auf dem Haff, im Winter im Hovercraft, einem Luftkissenfahrzeug.

Ein Amateur-Historiker weiß viel zu erzählen über das Frische Haff im Kriegswinter 1945, als sich hier ergreifende Szenen abspielten. Damals waren Tausende von Deutschen auf dem zugefrorenen Haff auf der Flucht vor der Roten Armee. Wie viele Menschen damals umkamen, darüber lässt sich nur spekulieren.
Zweite Grablegung des Nikolaus Kopernikus im Dom zu Fromborg; Quelle: rbb/NDR
Zweite Grablegung des Nikolaus Kopernikus im Dom zu Fromborg

Frombork, das frühere Frauenburg, ist eng mit Nikolaus Kopernikus verbunden, der dort wirkte. Der berühmte Astronom starb 1543 und wurde im Frauenburger Dom begraben. Jahrhundertelang war die genaue Lage der Grabstätte nicht bekannt.

Eine DNA-Untersuchung im Jahre 2008 brachte die Gewissheit, dass es sich bei einige Jahre zuvor gefundenen Gebeinen wirklich um die des Kopernikus handelte. Im Mai 2010 wurde er mit großem Pomp zum zweiten Mal im Dom von Frombork zu Grabe getragen.

Film von Wolfgang Wegner

Erstausstrahlung am 31.10.2010/ rbb
Co-Auftragsproduktion rbb/NDR

Infos im www

RSS-Feed