Wolfgang Neuss zeigt seine Hände mit neun Fingern (Quelle: rbb/G. Groenewold)

Wolfgang Neuss - Ein Selbstporträt - Das Neuss Testament

Der Film von Rüdiger Daniel zeigt die radikalen Wandlungen des populärsten Kabarettisten im Nachkriegsdeutschland, der am 3.12.2013 90 Jahre alt geworden wäre.

"Das Ungeheuer von Loch Neuss", so bezeichnete sich Wolfgang Neuss selbst. Er startete im Varieté als Clown und Witzeerzähler, wurde Filmstar und politischer Kabarettist. Er war linker Provokateur und Genosse für die 68er.

Er verweigerte die Gewalt der RAF im Berlin der 70er. Und suchte als Haschrebell sein Glück. Er ging seinen eigenen Weg. Doch von Zeit zu Zeit meldete er sich: Ohne Zähne, aber noch immer mit Biss.  Er starb kurz vor dem Mauerfall  mit 66 Jahren an Krebs.

In seinem letzten Interview mit dem Filmemacher Rüdiger Daniel spricht er über sich und sein Leben: "Kabarett ist doch Ersatz dafür, was drunter liegt." Seine Lebensgeschichte spiegelt auch die Geschichte der Bundesrepublik.

An den "Mann mit der Pauke" erinnern sich seine Schwester, seine Geliebte, sein Anwalt und seine beiden Masseure. Sie  erzählen vom authentischen Leben dieses Narren ‑ von dem Richard von Weizsäcker heute noch nach seiner Begegnung mit Neuss in der Talkshow "Leute" schwärmt: "Mir ist nie wieder in meinem Leben  ein Mensch begegnet, der so sich selber gelebt hat."

Dokumentarfilm von Rüdiger Daniel/Deutschland 2009

(Erstausstrahlung am 04.05.2009/ rbb)