Polier Nizamettin Colak (li.) koordiniert die verschiedenen Gewerke auf der Baustelle.

Die rbb Reporter: Grundsteinlegung für das Humboldt-Forum - Wir bauen ein Schloss

rbb-Reporterin Friederike Schlumbom begleitet Macher und Mäzene, Gegner und Unterstützer des Projekts in den letzten Wochen vor der Grundsteinlegung.

Kunstformer bei der Arbeit in der Schlossbauhütte, Quelle: rbb/fernsehbüro
Kunstformer in der Schlossbauhütte
Mitte Juni dieses Jahres wird der Grundstein für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses gelegt. Das größte Kulturbauvorhaben in Deutschland setzt neue Maßstäbe, außen bis auf die Ost-Fassade ein täuschend echter Nachbau des barocken Schlosses, innen ein Neubau, ausgestattet mit modernster Technologie. Das Humboldt-Forum soll hier entstehen, ein Ort des Dialogs zwischen den Weltkulturen und der Wissenschaft, mit Museum und Theater.

Können wir uns das überhaupt leisten?

Aber dürfen und können wir uns überhaupt ein Schloss leisten, das über 590 Millionen Euro verschlingt, oder steuern wir nach dem Berliner Großflughafen auf das nächste finanzielle Desaster zu? Was bringt dieses gigantische, in seiner Form historisierende Bauwerk der modernen Gesellschaft? Warum soll man Preußen wieder auferstehen lassen?

Vor allem aber: Wer bezahlt das, denn ein Großteil der Kosten (etwa 100 Millionen) sollen über Mäzene finanziert werden? Kulturprojekte durch private Spenden finanziert - wird sich das in Berlin realisieren lassen? Während in der Öffentlichkeit heftig debattiert wird, laufen im Hintergrund schon seit Jahren die Arbeiten; auf der Baustelle, bei den Steinmetzen, den Architekten, den Planern und Ausstellungsdesignern. Und es wird Geld gesammelt und ausgegeben für das zurzeit bedeutendste europäische Kulturprojekt.

Film von Friederike Schlumbom

Erstausstrahlung vom 11.06.2013/rbb