Die rbb Reporter -
In der Altstadt von Mühlberg ist es ganz still. Beim Pegelstand von 9,88 m haben die meisten Bewohner die Altstadt verlassen. Die Deiche in der Stadt sind auf 10 m Wasserhöhe angelegt.

2002 war die Elbe auf 9,98 m gestiegen – die Deiche hielten. Dieses Wunder könnte sich ein zweites Mal wiederholen. Doch niemand kann sagen, wie lange das Hochwasser dauern wird und auf die Deiche drückt.

Lange hatten die Einwohner von Breese in der Prignitz auf ihren Deich hinter dem Sportplatz gehofft. Die sonst so kleine Stepenitz ist durch das Wasser der Elbe zu einem Strom geworden, der das Dorf zu überfluten droht. Sandsack für Sandsack schleppen die Einwohner an den Deich – doch am Ende werden dreizehn ihrer Häuser überschwemmt.

Auch in Wittenberge sind freiwillige Helfer unterwegs – ganze Schulklassen schippen sich Blasen an die Hände. Der Pegel der Elbe steht bei 7,76 m, etwa fünfeinhalb Meter höher als normal. Nach den neuesten Meldungen soll die Flut zurückgehen. Von den 1500 Menschen in der gefährdeten Altstadt sind nur wenige in Notquartiere oder zu Verwandten gezogen.

Im Spreewald sinken die Pegelstände der Spree langsam, die Sonne scheint. Dennoch ist das Befahren der Wasserwege verboten. Die Fährleute, die in Lübben auf Kundschaft warten, können das nicht verstehen.

Die rbb-Reporterinnen Anne Holzschuh und Sylvia Rademacher erzählen, was das für den Tourismus bedeutet. Sie sind zwischen Mühlberg und Wittenberge unterwegs und beobachten den Kampf der Einwohner und Helfer gegen das Wasser.
Film von Anne Holzschuh und Sylvia Rademacher
Erstausstrahlung 15.06.2013/rbb


