Die Geschichte einer deutschen Grenze - Geheimsache Mauer

Der Film gewährt einen tiefen Einblick in die innere Logik des 'Systems Mauer' und zeigt wie die Grenze funktionierte und was sie war - Symbol und traurige Realität des Kalten Krieges.

Spielszene: Wer trägt die Verantwortung für die Toten an der Mauer - Das System, die Vorgesetzen, der einzelne Soldat? Quelle: rbb/Looks Film/Steffen Runke
Spielszene: Wer trägt die Verantwortung für die Toten an der Mauer - Das System, die Vorgesetzen, der einzelne Soldat?

Mauer 2000

Es war einmal die Vision einer perfekten Grenze – modern, unsichtbar, ohne Tote. Hightech statt Schusswaffen, Sperrzaun und Beton. Ihre Erfinder nannten sie "Mauer 2000". Doch diese Vision wurde nie Realität.

Mit diesem futuristisch anmutenden Szenario beginnt das 90-minütige Doku Drama von Christoph Weinert und Jürgen Ast. Am 13. August 2012 jährt sich zum 51. Mal der Tag, an dem mit der Teilung Berlins die Spaltung Deutschlands und Europas vollendet und für mehr als zweieinhalb Jahrzehnte zementiert wurde.

Blick vom amerikanischen Sektor über die Mauer an der Oberbaumbrücke (1963). Quelle: rbb/Looks Film/Polizeihistorische Sammlung Berlin
Blick vom amerikanischen Sektor über die Mauer an der Oberbaumbrücke (1963).

Neue Perspektive auf die Geschichte der Mauer

Erzählt wird die Geschichte der Berliner Mauer und innerdeutschen Grenze aus einer neuen Perspektive: Aus der Sicht derer, die sie geplant, erbaut und bewacht haben.

Der Film offenbart einen tiefen Einblick hinter die Kulissen, in das "betonierte" Denken und berechnende Kalkül der Mauerstrategen, in ihre geheimen Pläne, die tödliche Grenze immer weiter zu perfektionieren.

pielszene: Der Arm des Systems reicht weit - Gerd Sommerlatte wird im Auftrag der Stasi in die DDR zurückgeholt, 1961. Quelle: rbb/Looks Film/Steffen Runke
Spielszene: Der Arm des Systems reicht weit - Gerd Sommerlatte wird im Auftrag der Stasi in die DDR zurückgeholt, 1961.
Der Film erzählt aber auch, wie Menschen die Mauer persönlich erlebten, wie sie für sie arbeiteten, in ihrem Schatten lebten, sie versuchten zu überwinden: Zum ersten Mal erzählt ein ehemaliger DDR-Grenzer im Fernsehen über den Moment, als er an der Mauer schoss.
Spielszene: Vorbereitung des Tags X - der geheime Planungsstab beschließt im Juni 1961 die Abriegelung West-Berlins. Quelle: rbb/Looks Film/Steffen Runke
Spielszene: Vorbereitung des Tags X - der geheime Planungsstab beschließt im Juni 1961 die Abriegelung West-Berlins.

Erstmals berichtet ein Oberbefehlshaber der Grenztruppen über strategische Überlegungen und von den geheimen Sitzungen des Grenzkommandos.

Im Gegensatz dazu erzählen Flüchtlinge, wie sie in gefährlichen Fluchtversuchen ihr Leben für die Freiheit riskierten.

Spielszene: Das MfS beschließt die Geheimhaltung eines "Grenzzwischenfalls", 1970. Quelle: rbb/Looks Film/Steffen Runke
Spielszene: Das MfS beschließt die Geheimhaltung eines "Grenzzwischenfalls", 1970.

Exklusive Interviews und Computeranimationen

Die zum Teil exklusiven Interviews in Verbindung mit den aufwändigen Reenactments zeigen auf spannende und emotionale Weise die Geschichten der verschiedenen Protagonisten sowie die Ereignisse innerhalb der Kommandozentralen des Grenzregimes.

Mit Computeranimationen wird Archivmaterial in einem virtuellen Raum zum Leben erweckt, werden historische Räume rekonstruiert und wird – eingebunden in die persönlichen Geschichten – die Funktionsweise der Mauer und der DDR Grenzsicherung greifbar.

Symbol und tödliche Realität des Kalten Krieges

Der Film präsentiert bisher unveröffentlichtes privates farbiges Filmmaterial und bislang unbekannte Dokumente des DDR Regimes: Geheimakten zur Sicherung der Mauer und zu Planungen, wie die Mauer noch unüberwindbarer, noch perfekter gemacht werden sollte. Geheimsache Mauer gewährt einen tiefen Einblick in die innere Logik des "Systems Mauer" und zeigt, wie die Grenze funktionierte und was sie war: Symbol und tödliche Realität des Kalten Krieges.

Film von Christoph Weinert und Jürgen Ast

Erstsendung: 02.08.11/ARD 1.