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Veit Harlan gehört zu den schillerndsten Figuren der NS-Zeit. Die Dokumentation erzählt, wie sich seine Kinder und Enkel mit den Filmen Harlans auseinandersetzen.
Die Melodramen waren Kassenschlager – und Propagandafilme. Mit dem Monumentalfilm "Kolberg" schuf er 1944/45 das große Durchhaltepos eines untergehenden Regimes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Veit Harlan für seinen antisemitischen Film "Jud Süß" zweimal wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Und beide Male wurde er freigesprochen.


Veit Harlan polarisierte die Gesellschaft in den 50er Jahren
War er Nazi? War er Antisemit? Ein "Mordinstrument" nannte Thomas Harlan den Film "Jud Süß" und brach mit dem Vater – zu einer Versöhnung kam es erst auf dem Totenbett. Seine Schwester Maria wollte nach dem Krieg Schauspielerin werden und musste den Namen Harlan ablegen, weil sie sonst keine Engagements bekommen hätte.
Gemeinsam litten sie unter dem schändlichen Erbe – aber auch tiefe Risse in der Familie werden sichtbar, wie mit der Vergangenheit umzugehen sei und ob man den Vater öffentlich kritisieren dürfe. Bis hin zu Veit Harlans Nichte Christiane, Witwe des legendären Regisseurs Stanley Kubrick, reicht diese verzweigte Familie. Stanley Kubrick – möglicherweise inspiriert durch die familiäre Verbindung – wollte sogar einen Film über den Alltag der Nazi-Filmproduktion drehen.

Blick auf die dritte Harlan-Generation:
Mit Neugier, Scham oder auch bewusster Distanz reagieren sie auf die Konfrontation mit der Familiengeschichte. Dieser Schatten von Jud Süß ist, freilich abgeschwächt, auch noch in der dritten Generation der Harlans spürbar. Thomas Harlans Tochter, die in Frankreich zur Schule ging, wurde wegen der "Nazi-Großeltern" beschimpft. Und Jessica Jacoby – der eine Großvater war Veit Harlan, der andere ein im Holocaust umgekommener jüdischer Kaufmann – verkörpert wie keine andere die Spaltung deutscher Familien in Opfer und Täter.
In dem mit zahlreichen Filmausschnitten und erstmals gezeigtem Privatmaterial aus dem Familienarchiv montierten Dokumentarfilm reflektieren Harlans Söhne, Töchter und Enkel den Einfluss der Vergangenheit auf das eigene Leben bis heute.
