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Selbst in den Zeiten von Abschottung und Kaltem Krieg durften DDR-Künstler zu Gastspielen in den Westen reisen.
Die Staatsführung schmückte sich gern mit Weltstars "Made in GDR" wie Ludwig Güttler und Theo Adam. Der Staat verdiente gut an den Auftritten. Meist übernahm die staatliche Künstleragentur die Vertragsverhandlungen, organisierte die Reisen und bezahlte die Künstler – in DDR-Mark. Die Devisen flossen in den Staatshaushalt.
Gleichzeitig warb man mit den Gastspielen im Westen auch für die Anerkennung des zweiten deutschen Staates. Ganze Theaterensembles gastierten seit den 60er Jahren an westdeutschen Bühnen. Die Medien der DDR schwiegen zumeist über die Auftritte der Ostkünstler, schließlich wollte man ja im Volk keine Begehrlichkeiten wecken.
Seit den 70er Jahren gastierten auch DDR-Schlagersänger und Rockgruppen auf der anderen Seite der Mauer. So kam es vor, dass die Gruppe Karat an einem Tag im Kulturhaus der DDR- Grenztruppen spielte und am Tag darauf in einer Kaserne der Bundeswehr.
Selbst das DDR-Fernsehen leistete sich für seine Agentenfilme den Drehort Westberlin, allerdings mit strengem Zeit- und Finanzplan. Am Abend nach Drehschluss ging es wieder zurück über die Staatsgrenze. Obwohl es bis Mitte der 80er Jahre kein Kulturabkommen mit der Bundesrepublik gab, stiegen die Reiseanträge rapide an.
Jährlich bis zu 10.000 Dienstreisen mit "kulturellem Auftrag" wurden genehmigt. Honecker beschwerte sich daraufhin, dass "unsere guten Schauspieler im Westen schon jeden Hinterhof bespielen".
Allerdings brachten die Künstler so viel Geld wie nie zuvor in die marode Staatskasse. Im Film erzählen u. a. Ludwig Güttler, Frank Schöbel, Renate Blum und Gunther Schoß von den Gastspielen beim "Klassenfeind".
Film von Hans Sparschuh und Reiner Burmeister
Erstsendung: 30.12.09/MDR
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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