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Die Reportage begibt sich fast zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall auf Spurensuche nach dem Lebensgefühl entlang der Brunnenstraße zwischen Rosenthaler Platz, Gesundbrunnen und Humboldthain.
Die Brunnenstraße: Zur Kaiserzeit verband sie das Stadtzentrum mit den nördlichen Vororten. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sie sich zum Ku’damm des Nordens. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie lange Jahre durch die Mauer getrennt und bis heute ist die Brunnenstraße von Gegensätzen geprägt.
Wie kaum eine andere Berliner Straße versinnbildlicht sie die Teilung der Stadt. An der Bernauer Straße ist der einstige Grenzstreifen nach fast zwei Jahrzehnten immer noch erkennbar: von Gras, Wildblumen und Mauerresten überwuchert, zeigen sich die Narben im Stadtbild.
Die Straße selbst wechselt ständig ihr Gesicht, an einer Ecke hipp, anderswo ein Hauch Provinz, schrill und idyllisch zugleich. Eine Allerweltsgegend ist die Brunnenstraße jedenfalls nicht.
Und die Bewohner? Wechselten sie nach dem Fall der Mauer die Seiten oder blieb jeder in seinem Kiez? Gingen sie wie die Wirtin des "Wonneproppen" von West nach Ost oder wie der alte Herr Richter, Sohn des stadtbekannten Kohlehändlers, von Ost nach West?
Wo trifft sich die Welt auf diesen paar Quadratmetern Deutschland? Wie lebt sich’s in der Gegend? Wo bekommt man echte Schrippen, den leckersten Döner, das beste Eis? Wo ist es am teuersten oder wo gibt’s etwas ganz umsonst? Wo ist es am lautesten, wo kann man die Seele baumeln lassen?
Film von Lutz Rentner und Otto Sperlich
Erstausstrahlung am 05.11.2008
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/doku/titel_mit_h/hallo_nachbarn/die_brunnenstrasse.html