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Dokumentation und Reportage
Dokumentation und Reportage
Der Ostberliner Marxist und Kernphysiker Robert Havemann (l) und der Liedermacher Wolf Biermann am 21.1.1972 in dessen Ostberliner Wohnung, in der Havemann der Stockholmer Zeitung 'Expressen' ein Interview gab. Quelle: dpa - Bildarchiv

Robert Havemann (l) und der Liedermacher Wolf Biermann am 21.1.1972.

Do 11.03.10 22:45

Robert Havemann

Portrait eines Unangepassten

Wer Robert Havemann war und wie aus dem engagierten Streiter für den Aufbau der DDR die Symbolfigur der Opposition wurde, zeigt das Filmportrait.

Wer war Robert Havemann?

Der am 11. März 1910 in München geborene Naturwissenschaftler Robert Havemann galt in den 70er Jahren in der DDR als Staatsfeind Nr. 1.

Unter den Nationalsozialisten 1943 nur durch glückliche Umstände der Vollstreckung des Todesurteils entgangen, engagierte sich Robert Havemann nach Kriegsende zunächst vorbehaltlos in der DDR für den Aufbau des Kommunismus.

Der Physiker und Regimekritiker Robert Havemann (l) wird während seiner dann letzten Vorlesung an der Ostberliner Humboldt-Universität von einem Team der DEFA gefilmt. Quelle: dpa-Bildarchiv

Robert Havemann bei seiner letzten Vorlesung in der Humboldt-Uni 

Die Enthüllungen über die stalinistischen Verbrechen ließen ihn zweifeln und machten ihn schließlich zu einem konsequenten Streiter für Meinungsfreiheit.

Die DDR-Führung reagierte heftig:

Havemann im Prozess: Zwei Staatsanwälte und fünf Richter sollen Ende der 70er Jahre auf Anweisung der Staatsführung zwei Strafverfahren gegen Havemann eingeleitet haben, um ihn als Kritiker auszuschalten. Die Stasi soll den Ablauf der Verfahren vorgegeben haben. Quelle: dpa

Robert Havemann 


Berufsverbot, jahrelanger Hausarrest, ständige Überwachung und Verfolgung. Dennoch gelang es nicht, ihn mundtot zu machen.

Symbolfigur der Opposition in der DDR

Der Schriftsteller Stefan Heym nimmt während der Beerdigung am 17. April 1982 in Grünheide bei Ost-Berlin am Grab Abschied von dem Verstorbenen.

Stefan Heym bei der Beerdigung von Robert Havemann im April 1982 

Während der Isolation erschienen zahlreiche Schriften Havemanns im Westen.

Auch seine Beerdigung geriet – trotz Stasi-Großaufgebot – zu einer politischen Demonstration. Hunderte Menschen nahmen am 17. April 1982, von ihm Abschied.

Film von Margit Geßner

Erstausstrahlung 11.03.2010/rbb

Dieser Text gibt den Sachstand vom 11.03.2010 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Veranstaltungstipp

Do, 11.03.10, 19:00

Begegnungen mit Robert Havemann -Briefe, Gespräche, Lieder-

Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58/59, Berlin-Mitte

Kooperationsveranstaltung der Robert-Havemann-Gesellschaft e. V. und der Heinrich Böll Stiftung - gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Infos im WWW

Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.

Schliemannstr. 23
D-10437 Berlin

www.havemann-gesellschaft.de

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/doku/titel_mit_o__p__q/robert_havemann.html

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