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Vor zwanzig Jahren fiel die Mauer. Was geschah eigentlich mit dem kilometerlangen Betonwall? Nur ein geringer Teil der Mauerstücke landete in Souvenirshops.
Die Dokumentation begleitet den japanischen Fotografen Takahisa Matsuura auf der Suche nach dem, was in Berlin von der Mauer blieb. Sie stellt Menschen vor, die die Mauer gebaut, sie abgerissen und aufbewahrt haben. Und sie führt an Orte in aller Welt, an denen die letzten Mauerstücke gelandet sind.
Der Fotograf
In den 80er Jahren hat Takahisa in Berlin studiert und über 2000 Fotos von der Mauer gemacht, nun unternimmt er den nicht immer ganz unproblematischen Versuch, ihren Verlauf zu rekonstruieren. Beginnend am Brandenburger Tor begibt er sich auf eine Tour entlang des ehemaligen Grenzstreifens, immer getrieben von der einfachen Fragestellung, was von der Berliner Mauer heute noch zu sehen.
Menschen und ihre Mauer
Es sind die Schicksale vieler Menschen, die mit der Berliner Mauer verbunden sind. Meist werden sie jedoch nur in den Kategorien "Opfer"und "Täter" geschildert. Die Dokumentation sucht einen anderen, unvoreingenommenen Zugang. Sie führt zu Gerhard Falk, dem Direktor des Werkes in Mecklenburg-Vorpommern, in dem die Mauerteile hergestellt wurden, zu Hagen Koch, der als junger Stasi-Mann den Mauerverlauf kartographisierte, 1990 als Denkmalschutzbeauftragter der Regierung de Maiziére den Rückbau der Mauer überwachte und nun ein privates Mauermuseum betreibt; und zu Thierry Noir, der einst rund fünf Kilometer Mauer bemalt hat...
Die Mauer in aller Welt
Die Berliner Mauer findet sich an durchaus ungewöhnlichen Orten, etwa auf der Herrentoilette eines Casinos in Las Vegas oder vor den Toren des CIA in Washington. In Nagasaki steht eine besondere Rarität: das weltweit einzige Mauerteil mit einer Tür darin. Es gibt Mauersammler wie den Polen Ludwik Wasecki, der rund 40 Mauerteile auf einer Wiese seines Heimatdorfes aufgebaut hat, oder Ljiliana Hennessy, die auf dem Anwesen der Cognac-Dynastie ihr Segment vor laufender Kamera von einem Künstler auffrischen lässt. Wesentlich bodenständiger ist der Landwirt Armin Niedswetzki. Er ließ gleich nach dem Mauerfall 800 Mauerteile holen, jetzt stehen sie als Silobegrenzungen auf seinem Hof.
Film von Elke Sasse und Stefan Pannen
Erstausstrahlung 9.12.2009/rbb/WDR
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/doku/titel_mit_v_und_w/wo_ist_die_mauer_.html