Kaserne in Wünsdorf. Quelle: rbb/sepia Filmproduktion
Kaserne in Wünsdorf.

Die Straftaten der Sowjetarmee - Verschlusssache 'Waffenbrüder'

Beinahe 50 Jahre gehörten die Sowjetsoldaten zum Alltag in Ostdeutschland. Laut verkündet wurden die offiziellen Parolen vom festen Bruderbund. Verschwiegen wurde, dass die "Freunde" auch Täter waren.

Jahr für Jahr begingen die Armeeangehörigen mehr als 2000 Straftaten. Doch offiziell darüber geredet wurde nicht. Verbrechen sowjetischer Soldaten in der DDR waren tabu. Das tatsächliche Ausmaß dieses dunklen Kapitels der "Waffen- und Klassenbrüderschaft" wurde erst nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte bekannt.

m 19. Januar 1988 raste ein D-Zug bei Forst Zinna in einen auf den Schienen liegen gebliebenen Panzer der Sowjetarmee. Quelle: rbb/BStU
m 19. Januar 1988 raste ein D-Zug bei Forst Zinna in einen auf den Schienen liegen gebliebenen Panzer der Sowjetarmee.

Von 1976 bis 1989 wurden 27.505 kriminelle Vorgänge erfasst: Verkehrs- und Schießunfälle, Diebstähle, Körperverletzungen, Vergewaltigungen und Mord. So ist ein Film entstanden, der erstmalig anhand konkreter Fälle das Problem der Straftaten sowjetischer Soldaten in der DDR dokumentarisch aufarbeitet.

Mario Höflich. Quelle: rbb/sepia Filmproduktion
Mario Höflich

1976 wurde Mario Höflich durch Schüsse aus der Kalaschnikow eines Sowjetsoldaten schwer verletzt. Er war damals 13 Jahre alt. Das Ministerium zahlte seinen Eltern ein Schweigegeld.

Im Mittelpunkt stehen die Opfer und ihre Angehörigen. Zu Wort kommen auch DDR-Militärstaatsanwälte und Angehörige der Kriminalpolizei. Es werden einzelne Straftaten rekonstruiert und der Umgang damit von Seiten der DDR-Behörden geschildert.

Film von Simone Warrias

Erstausstrahlung 2008/rbb