Brandenburg aktuell | 03.02.2014 | Julia Baumgärtel
Studio Babelsberg punktet -
Rekordzahl von Berlinale-Filmen aus der Hauptstadtregion
26 Berlinale-Filme, so viele wie nie zuvor, wurden in der Hauptstadtregion gedreht - darunter auch "The Monuments Men", der neue Blockbuster von George Clooney. Vor allem das Studio Babelsberg erweist sich auch im internationalen Vergleich als Top-Standort für Produktionen.
Als Drehort erlebt die Hauptstadtregion bei der diesjährigen Berlinale einen Rekord: 26 Filme, die vom Medienboard Berlin Brandenburg finanziell gefördert wurden, flimmern über die Leinwand. Alleine sieben Produktionen laufen im Wettbewerb - dass es sich dabei nicht nur um deutsche Filme handelt, versteht sich von selbst.
Brandenburg
Das Filmland Brandenburg auf der Berlinale
Bevor die Filmkulisse "Berliner Straße" des Studio Babelsberg im Herbst abgerissen wurde, wurde noch für George Clooneys neuen Film "The Monuments Men" gedreht, der auf der Berlinale Premiere feiert. Weche Filme sonst aus Brandenburg kommen, erzählt Amelie Ernst.
International gefragt
Auch der Eröffnungsfilm "The Grand Budapest Hotel" von Wes Anderson, der auf der Berlinale Weltpremiere feiert und die 80 Millionen Dollar teure Großproduktion "The Monuments Men" mit George Clooney als Regisseur und Hauptdarsteller wurden unter anderem in Berlin gedreht. Mit "La Belle et la Bête", dem französischen Wettbewerbsbeitrag von Christophe Gans, habe Babelsberg gezeigt, dass es nicht nur bei Historienfilmen, sondern auch bei Märchensujets auf internationalem Niveau mithalten könne, erklärte Carl Woebcken, der Vorstandschef von Studio Babelsberg.
"Auf der Berlinale wird in diesem Jahr deutlich, welche hohe internationale Reputation der Medienstandort Babelsberg hat", bestätigte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke).
Studio Babelsberg liegt vorn
Sowohl bei "The Grand Budapest Hotel" als auch "The Monuments Men" war Studio Babelsberg die ausführende Produktionfirma. Viele Außenaufnahmen wurden in ganz Brandenburg gedreht. Aus dem Studio Babelsberg kamen außerdem Kulissen und die detailgetreue historische Ausstattung.
Nach vier schwierigen Jahren in der Filmbranche gehe es auch in Studio Babelsberg deutlich aufwärts, erklärte Vorstandschef Woebcken. Er appellierte dennoch an Wirtschaftsminister Christoffers, die Filmförderung weiter aufzustocken.
"Made in Babelsberg"
Berlin und Brandenburg zieht die Filmschaffenden der Welt an: 26 Filme der diesjährigen Berlinale wurden in der Hauptstadtregion gedreht - darunter auch die Studio-Babelsberg-Produktionen "The Monuments Men" von George Clooney und Wes Andersons "Grand Budapest Hotel". Doch wie sah die Arbeit hinter den Kulissen aus?
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Hinter allem steckt dieser Mann und sein neuer Film. Von März bis Juni 2013 drehte Hollywood-Filmlegende George Clooney unter großer Geheimhaltung "The Monuments Men - Ungewöhnliche Helden" in Deutschland.
Nicht nur geheim, sondern auch herausfordernd ist das Weltkriegsdrama - zumindest für Clooney. Bei "The Monuments Men" ist er nicht bloß Regisseur, sondern auch Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller.
Doppelt wichtig muss ihm deshalb die Auswahl eines verlässlichen Partners gewesen sein. Als Koproduzenten hat sich der US-Amerikaner das Studio Babelsberg ausgesucht.
Lange Warteschlangen beim Komparsen-Casting in Potsdam sprechen für sich: Die Brandenburger heißen Clooney gern willkommen. Insgesamt 10.200 Komparseneinsätze kommen beim Film zusammen.
An insgesamt 40 Drehorten in Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (hier im Bild zu sehen) sorgte Clooney mit seinen Film für reichlich Aufsehen.
Überall sorgt die 300-köpfige Crew für einen Ausnahmezustand.
Seine letzte Kinoproduktion brachte ihm einen Oscar und die Chancen stehen gut, dass "The Monuments Men" der nächste Abräumer werden könnte. Gerüchte sprechen von einem Filmetat von 70 bis 80 Millionen Euro, 400.000 Euro davon steuerte das Medienboard Berlin-Brandenburg hinzu.
Stolz steht Regisseur Wes Anderson (Mitte) auf dem roten Teppich vor dem Berlinale Filmpalast.Sein neuer Film "Grand Budapest Hotel", ebenfalls eine Studio-Babelsberg-Produktion, eröffnete die Berlinale.
Die Komödie des britischen Erfolgs-Regisseur war ein humorvollen Festivalauftakt...
mit Star-Aufgebot. Hier zu sehen: Willem Dafoe bei Dreharbeiten in Görlitz.
In Görlitz haben Anderson und eine einzigartige Hotel-Kulisse gefunden. Für die Dreharbeiten wurde das seit 2009 geschlossene Kaufhaus am Marienplatz geöffnet..
...und in ein Hotel verwandelt.
Historische Gegenstände und kleine Details lassen die Filmzuschauer in eine andere Zeit eintauchen. Andersons Film spielt in den späten 1930er Jahren. Hier zu sehen: Die Anlieferung eines Oldtimer-Taxis in Görlitz.
Von Januar bis März 2013 drehte Wes Anderson mit seiner Besatzung in Görlitz und Umgebung sowie im Studio Babelsberg.
Görlitzer Komparsen in Kostümen warten auf ihren Einsatz. Als Dank für die gesamte Region hat Anderson eine Vorpremiere in einem ortsansässigen Kino versprochen. Eine Woche vor Deutschlandpremiere sollen die Görlitzer "Grand Budapest Hotel" im Kino sehen dürfen.
2012 verlief für das Studio Babelsberg in filmischer Hinsicht märchenhaft. Bei "Die Schöne und das Biest" (Originaltitel: La Belle et la Bête) hatten die Babelsberger Requisitenbauer alle Hände voll zu tun. Ihre Arbeit unterstützte das Medienboard Berlin-Brandenburg mit 1,4 Millionen und die Filmförderungsanstalt mit 100.000 Euro.
Was wäre ein Reiter ohne Ross? Tierische Komparsen durften in der deutsch-französischen Märchen-Neuverfilmung nicht fehlen.
Was wie ein Palast im Hintergrund wirkt ist ein visueller Effekt.
Das Blue- und Green-Screen-Verfahren schafft märchenhafte Kulissen. Hier im Bild: Hauptdarstellerin Léa Seydoux vor einem "Blue Screen" mit Regisseur Christophe Gans. Weitere Bildergalerien
Autogrammjäger aufgepasst: Ein Besuch am roten Teppich der Berlinale wird sich auch 2014 lohnen. Unter anderen haben sich George Clooney, Bill Murray und Tilda Swinton angekündigt. Neben den Namen präsentierte Festival-Leiter Dieter Kosslick nun offiziell das Programm. Rund 400 Filme aus aller Welt werden vom 6. bis 16. Februar in den Berlinale-Kinos zu sehen sein.
Die Verblüffung war groß: Vier der insgesamt acht Bären gingen an Filme aus Asien, die zuvor nicht unbedingt als Favoriten gehandelt worden waren. Doch die Entscheidungen der Berlinale-Jury zeigen, dass gerade die kraftvolle Konkurrenz aus China nicht zu unterschätzen ist. Nur eine ...