
Zweiter Tag des Filmfestivals - Berlin in #Clooneymania
Er mag Berlin und das zeigte er auch bei diesem Besuch: George Clooney präsentierte am Samstag auf der Berlinale seinen Film "Monuments Men" - auf dem Weg zur Pressekonferenz badete er schon mal ein bisschen in der Menge. Auch die wartenden Fans am roten Teppich wurden nicht enttäuscht. Auf die Vorführung von Clooneys Film folgte am Abend mit Dominik Grafs historischem Liebesdrama "Die geliebten Schwestern" wieder ein deutscher Film im Wettbewerb.
Wenige Filme, dafür ausreichend Platz für den Sonnenkönig: Der Berlinale-Wettbewerb ließ es am zweiten Tag des Festivals ruhig angehen. Nur zwei Filme standen am Samstag auf dem Programm, einer davon aber brachte der Berlinale ihren wohl größten Hollywoodstar: George Clooney stellte am Abend seinen neuen Streifen "Monuments Men - Ungewöhnliche Helden" vor. Darin spielt er den Chef einer Sondereinheit der Alliierten gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Männer sollen wertvolle Kunstschätze vor der Vernichtung durch die Nazis bewahren.
Der Stoff beruht auf einer wahren Begebenheit - gedreht hat Clooney, der zugleich Produzent, Regisseur und Drehbuchautor des Films ist, gewissermaßen vor der Haustür der Berlinale: In Berlin und Babelsberg, in Sachsen und dem Harz. Am meisten zu kämpfen hatte die Film-Crew dabei mit dem Wetter. "Es hat im Mai geschneit!", so Clooney im Gespräch mit Frauke Gust von radioBerlin 88,8. "Wir sind mit Flammenwerfern die Fußwege entlanggegangen, um den Schnee vom Boden wegzutauen." Die fehlenden Blätter an den Bäumen seien nachträglich digital eingefügt worden.

Freundschaft mit Festival-Chef Kosslick
Sollte sein Chauffeur sich heute auf dem Weg zur Premiere verfahren haben, der ehemalige "Sexiest Man alive" hat ihn sicherlich dirigieren können: "Monuments Men" ist bereits der vierte Film, den Clooney auf der Berlinale vorstellt. Es sei ihm immer eine Ehre hier zu sein - an einem Ort, der ein Herz für Filme und Filmemacher habe, so Clooney weiter. "Das gibt es nicht überall, manchmal geht es bei Filmfestivals eher um die Show und darum, was die Leute anhaben. Hier habe ich immer das Gefühl, dass es um die Filme geht." Und das wisse er sehr zu schätzen.
Mit Blick auf Festivalleiter Dieter Kosslick sagte der Filmemacher noch: "Ich mag Dieter - er ist ein Freund." Mit zu Besuch waren Clooneys Co-Stars Matt Damon, John Goodman und Bill Murray.
Bei der Pressekonferenz legten die Schauspiel-Kollegen gleich eine Show hin: Gemeinsam mit den Journalisten pfiffen sie die Filmmusik und tanzten vor den Fotografen sogar eine Polonäse. Sie sind ein eingespieltes Team: Beim Dreh des Films hatten sie sich gemeinsam im Berliner Sohohaus einquartiert.
Dominik Graf präsentiert "Die geliebten Schwestern"
Clooney zeigte "Monuments Men" außer Konkurrenz - der einzige Film, der am Samstag ins Rennen um den Goldenen Bären ging, war Dominik Grafs historisches Liebesdrama "Die geliebten Schwestern". Graf erzählt darin von der außergewöhnlichen Dreiecksbeziehung zweier Schwestern und dem Dichter Friedrich Schiller im Sommer 1788. Der Regisseur kehrt mit dem Film nach acht Jahren wieder auf die Kinoleinwand zurück. In der Pressekonferenz zum Film erklärte Graf, dass ihn zwei Genres immer besonders interessiert hätten: der Polizei-Thriller und eben "der Liebes-Diskurs".
Zur Vorstellung um 21.30 Uhr kamen neben Graf auch die Hauptdarstellerinnen Hannah Herzsprung und Henriette Confurius und der Schauspieler Florian Stetter.
Schampus im Ritz
Champagnerlaune herrschte am Abend auch beim Medienboard Berlin-Brandenburg: Die Filmförderung feierte ihren zehnten Geburtstag und das mit allen Schikanen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und der kommissarische Berliner Kulturstaatssekretär Björn Böhning (beide SPD) empfingen im Berliner Ritz-Carlton-Hotel Filmemacher, Schauspieler und Produzenten. Seit 2004 hat das Medienboard nach eigenen Angaben rund 200 Filmprojekte mit insgesamt 240 Millionen Euro unterstützt. Im Wettbewerb der Berlinale laufen in diesem Jahr sieben Filme, die vom Medienboard gefördert wurden.






