George Clooney ist zurück - Der G-Punkt der Berlinale

Clooney liebt die Berlinale, und die Berlinale liebt Clooney: Dieses Jahr hat er sich endlich wieder zum Filmfestival angekündigt - und zwar in einer Mehrfachrolle: Als Hauptdarsteller, Produzent, Regisseur und Drehbuchautor des Films "Monuments Men". Hierfür hat er wieder ein paar seiner guten Freunde zusammengebracht. Von Anna Wollner

"George Clooney kommt. Das ist für das Land sehr wichtig. Die Berlinale ist ein einziger G-Spot" witzelte Berlinale-Chef Dieter Kosslick auf der Programm-Pressekonferenz und hat damit eigentlich nur bestätigt, was schon alle wussten: Schauspier, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent George Clooney liebt Berlin und die Berlinale. Und die liebt natürlich zurück. Im Jahr 2002 kam Clooney gleich mit zwei Filmen - seinem Regiedebüt "Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind" und  Steven Soderberghs Neuadaption von "Solaris" – und wurde zum Dauergast.

2006 präsentierte er "Syriana", im Jahr darauf schwänzte er die Premiere von "The Good German" – irrte aber immerhin als Kriegsreporter Jake Geismer auf der Leinwand durch Berlin. Verzeihbar, angesichts der Tatsache, dass er für sein neuestes Werk "Monuments Men – Ungewöhnliche Helden" die Hauptstadt kurzerhand für ein paar Monate zu seinem ersten Wohnsitz erklärte und mit seinen Kollegen um Matt Damon, John Goodman und Bill Murray im Berliner Sohohaus residierte.

Berlin als Kulisse für "Monuments Men"

In dem Zweite Weltkriegs-Film fungiert das Multitalent Clooney zudem in einer Mehrfachrolle. Als Hauptdarsteller, Produzent, Regisseur und Drehbuchautor hat er sich dem historischen Stoff um eine Gruppe alliierter Offiziere angenommen, die ähnlich wie einst Tom Hanks in "Saving Private Ryan" in einer Spezialmission ins Kriegsgebiet geschickt werden. Allerdings geht es hier nicht um das Schicksal einzelner Soldaten, sondern ganzer Kunstsammlungen, die von den Nazis geklaut, versteckt und teilweise auch vernichtet wurden. Gedreht hat Clooney an Originalschauplätzen: im Harz, vor echter Berlin-Kulisse und in den Filmstudios in Babelsberg. Das "Medienboard Berlin Brandenburg" unterstützte den 80 Millionen Dollar teueren Film und sicherte sich damit eine Art Premierenrecht mit Anwesenheitspflicht. Der Film läuft am Samstag (8.2) im Wettbewerb außer Konkurrenz.

Eine Attraktion nicht nur für das Auge, sondern auch schon jetzt garantierte Unterhaltung, denn der Charmeur Clooney ist ein echter Spaßvogel. Pressekonferenzen und Interviews mit ihm werden oft zur "One Man-Comedy-Show". Ihm verzeiht man (und besonders Frau) einfach Alles. Als er in Jason Reitmans "Up in the Air" als Unternehmensberater schonungslos Leute entlassen hat, war es ein reines Vergnügen. Nur Clooney kann so stilvoll Leute entlassen.

Als Regisseur eher durchschnittlich

Deswegen ist es auch nicht schlimm, dass der Schauspieler Clooney mehr kann als der Regisseur Clooney. 2006, als er sowohl als Regisseur für das schwarz-weiße Edward R. Murrow Porträt "Good Night and Good Luck"und für "Syriana" als Nebendarsteller für den Oscar nominiert war und schon zu Beginn der Verleihung als bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde, bemerkte er trocken, mit der besten Regie würde es in diesem Jahr wohl nichts werden.

Obwohl er selbst darauf besteht, dass es eben keine Unterscheidung zwischen Regisseur und Schauspieler gebe. "Ich will keinem die Illusion rauben, aber Clooney als Regisseur ist genauso wie Clooney als Schauspieler. Die gleiche Größe, die gleiche Haarfarbe. Alles identisch", scherzte er bei der Premiere zum Wahlkampf-Politthriller "The Ides of March".

Dabei merkt man dem Ex-Sexiest Man Alive an, dass er zwar gut aussieht und ein herausragender Schauspieler ist, sich als Regisseur aber bisher noch nicht vom Durchschnitt abheben konnte. Seine Regiearbeiten – egal ob "Ein verlockendes Spiel", "Good Night and Good Luck", "The Ides of March" oder jetzt eben "Monuments Men – Ungewöhnliche Helden" sind ambitioniert und hochkarätig besetzt, aber eben doch von einer konventionellen Handschrift geprägt. Einem Ryan Gosling, Matt Damon oder eben sich selbst muss auch Clooney nicht immer Händchenhaltend als Regisseur zur Seite stehen.

Seine Filme haben daher vor allem eins gemeinsam. Es sind im Entstehungsprozess ein paar gute Freunde, die Spaß haben wollen und deswegen nebenbei ein paar Filme drehen. Solange sie das in Berlin und Brandenburg machen und damit zur Berlinale kommen ist dagegen nichts einzuwenden.

Beitrag von Anna Wollner

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