
Sechster Tag der Filmfestspiele - Eine Bären-Gewinnerin kehrt zurück
2009 gewann sie mit "Eine Perle Ewigkeit" bereits einen Goldenen Bären. In diesem Jahr ist die peruanische Regisseurin Claudia Llosa wieder im Wettbewerb vertreten: Am Mittwoch präsentierte sie "Aloft" mit Jennifer Connelly und Cillian Murphy. Ansonsten war dieser Berlinale-Tag fest in südamerikanischer Hand.
Von insgesamt vier Produktionen gingen am Mittwoch gleich zwei südamerikanische Filme bei der Berlinale ins Rennen um die begehrten Bären-Trophäen: die peruanische Filmemacherin Claudia Llosa, die 2009 für "Eine Perle Ewigkeit" den Goldenen Bären erhielt, ist in diesem Jahr mit "Aloft" im Wettbewerb vertreten. Sie erzählt die Geschichte von Ivan und seiner Mutter Nana. Durch einen tragischen Unfall werden beide voneinander getrennt und Nana verschwindet aus dem Leben ihres Sohnes. 20 Jahre später macht sich Ivan auf die Suche nach ihr.
Das Staraufgebot kann sich sehen lassen: Als Hauptdarsteller konnte Llosa unter anterem die US-amerikanische Schauspielerin Jennifer Connelly (erhielt für ihre Rolle in "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn" einen Oscar und Golden Globe) und den irischen Schauspieler Cillian Murphy ("28 Days Later", "Inception") gewinnen.

Zuvor feierte "La tercera orilla" aus Argentinien Premiere. Die Regisseurin Celina Murga erzählt darin eine Coming-of-Age-Geschichte in der argentinischen Provinz. Der 17-jährige Nicolás soll die Arztpraxis und den Landwirtschaftsbetrieb seines verhassten Vaters übernehmen. Der führt ein Doppelleben - mit Nicolás' Mutter lebt er nur heimlich zusammen. Die Spannungen zwischen Vater und Sohn nehmen zu, bis Nicolás eine Entscheidung treffen muss.
Der dritte Wettbewerbsfilm kommt aus China und dreht sich um einen einsamen Ermittler, eine rätselhafte "Femme Fatale" und eine brutale Mordserie: Mit "Bai Ri Yan Huo" (Schwarze Kohle, dünnes Eis) (22 Uhr) inszeniert der Regisseur Diao Yinan einen klassischen "Film Noir" vor der Kulisse einer trostlosen Kleinstadt im Norden Chinas. Der Thriller feiert auf der Berlinale seine Weltpremiere.
Zwei Giganten des deutschen Films beehren das Berlinale-Programm
Die beiden großen deutschen Filmemacher Wim Wenders und Volker Schlöndorff sind am Mittwoch ebenfalls bei der Berlinale dabei.
Wim Wenders hat am Nachmittag - nach dem Tanzfilm "Pina" vor drei Jahren - erneut eine 3D-Produktion bei der Berlinale vorgestellt. In der Sektion "Berlinale Special" war die Weltpremiere die rbb/Arte-Koproduktion "Kathedralen der Kultur" zu sehen, eine dokumentarische Serie über außergewöhnliche Gebäude.
Der Film erzählt von der Seele von Bauwerken und erkundet, wie sie ihre jeweilige Kultur reflektieren und das kollektive Gedächtnis ihrer Entstehungszeit bewahren. Insgesamt sechs renommierte Filmemacher drehten für "Kathedralen der Kultur" eine jeweils 26-minütige Episode über ein für sie architektonisch bedeutendes Bauwerk: Neben Wenders, der die Berliner Philharmonie präsentiert, gehen die Filmemacher der Frage nach, was die Gebäude uns erzählen würden, wenn sie sprechen könnten. Michael Glawogger widmet sich der Russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg, Michael Madsen der Haftanstalt Halden in Norwegen, Robert Redford dem Salk Institute - La Jolla in Kalifornien (USA), Margreth Olin dem Opernhaus in Oslo (Norwegen) und Karim Ainouz dem Centre Pompidou in Paris (Frankreich).
Schlöndorff präsentierte "Diplomatie"
Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel") erzählt in dem Psychodrama "Diplomatie" die Geschichte des NS-Generals Dietrich von Choltitz, der zum Kriegsende Paris dem Erdboden gleichmachen sollte. Doch es gibt einen Gegenspieler: Der schwedische Generalkonsul Raoul Nordling will Choltitz von seinem Vorhaben abbringen. Nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Cyril Gély inszeniert Schlöndorff ein psychologisch ausgefeiltes Duell der Worte zwischen zwei völlig verschiedenen Charakteren.
Für den Paris-Liebhaber Schlöndorff, der eigentlich nie wieder einen Film über den Zweiten Weltkrieg und die Nazis machen wollte, hat "Diplomatie" auch eine ganz persönliche Tragweite: "Was wäre passiert, wenn die Nazis Paris in die Luft gejagt hätten? Dann wäre ich wahrscheinlich nie nach Frankreich gekommen, um Französisch zu lernen und unter Umständen auch nie Regisseur geworden", wie Schlöndorff im Interview mit dem rbb verrät. Der Filmemacher ist zwar in Wiesbaden geboren, wuchs jedoch in der französischen Hauptstadt auf, wo er auch sein Abitur absolvierte und studierte.







