Die Bären-Entscheider -
Das ist die Berlinale-Jury 2014
Die Jury für die Berlinale 2014 ist komplett. Den Vorsitz übernimmt in diesem Jahr der US-Produzent und Drehbuchautor James Schamus. Neben ihm entscheiden sieben weitere erfahrene Köpfe aus der internationalen Filmwelt über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären. Unter den Jury-Mitgliedern sind auch der zweifache Oscar-Preisträger Christoph Waltz sowie die Independent-Schauspielerin Greta Gerwig.
Der US-Filmproduzent James Schamus ("Brokeback Mountain") wird Vorsitzender der Berlinale-Jury 2014. Schamus verstehe wie kein Zweiter den Spagat zwischen Hollywoods Studiosystem und dem Arthouse-Kino, erklärten die Berliner Filmfestspiele in ihrer Mitteilung.
Ihm zur Seite in der Jury stehen Schauspieler Christoph Waltz ("Inglorious Basterds"), die Bond-Produzentin Barbara Broccoli, die dänische Schauspielerin Trine Dyrholm ("Love Is All You Need"), die iranische Filmemacherin und Malerin Mitra Farahani ("Just une femme"), die Schauspielerin Greta Gerwig ("Frances Ha"), der französische Regisseur Michel Gondry ("Vergiss mein nicht") sowie der chinesische Schauspieler Tony Leung ("The Grandmaster").
Eng mit Ang Lee verbunden
Schamus, der unter anderem mit dem Regisseur Ang Lee eng zusammenarbeitet, hatte 1993 mit "Das Hochzeitsbankett" den Goldenen Bären gewonnen, teilte die Berlinale weiter mit. Er war außerdem Co-Autor von "Tiger & Dragon" und "Gefahr und Begierde". Schamus ist an der Columbia University in New York Professor für Filmgeschichte und Filmtheorie. Über seine Firma Focus Features wirkte er an der Produktion von preisgekrönten Filmen wie "Lost in Translation", "Milk", "Dallas Buyers Club" und "The Kids are allright" mit.
Die Jury vergibt den Goldenen Bär für den besten Film sowie die Silbernen Bären. Die Berlinale 2014 findet vom 6. bis 16. Februar statt.
Der Jury-Präsident: James Schamus ist der Produzent von "Brokeback Mountain" und auch für zahlreiche weitere Filme des Regisseurs Ang Lee verantwortlich, darunter "Das Hochzeitsbankett", der Gewinner des Goldenen Bären 1993. Als Autor schrieb er das Drehbuch zu "Der Eissturm", außerdem war er Co-Autor von "Tiger&Dragon" und "Gefahr und Begierde". Schamus lehrt als Professor an der Columbia University Filmgeschichte und Filmtheorie. Über seine Firma Focus Features wirkte er an der Produktion von Filmen wie "Lost in Translation", "Milk", "Dallas Buyers Club" und "The Kids are Allright" mit.
Im vergangenen Jahr verzauberte Greta Gerwig in "Frances Ha" das Berlinalepublikum. Der Film entwickelte sich zu einem der Publikumslieblinge in der Sektion Panorama, für ihre Rolle wurde sie unter anderem mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Gerwig stand bereits für legendäre Filmemacher wie Woody Allen und Whit Stillman vor der Kamera, demnächst ist sie in "Eden", dem englischsprachigen Debüt der Französin Mia Hansen-Løve, zu sehen. Für die Berlinale-Organisatoren steht fest: Die 30-Jährige ist eine "Galionsfigur des US-amerikanischen Independent-Kinos" und eine "der frischesten neuen Stimmen in Hollywood".
Lange Jahre war der Österreicher Christoph Waltz vor allem dem deutschsprachigen Publikum durch diverse Fernsehrollen bekannt. Der Durchbruch kam für ihn 2009 mit Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds": Für seinen Auftritt als SS-Standartenführer Hans Landa erhielt er seinen ersten Oscar sowie neben weiteren begehrten Filmpreisen auch den Golden Globe Award. Mit Rollen in Roman Polanskis "Der Gott des Gemetzels" und Tarantinos "Django Unchained", für den er seinen zweiten Oscar erhielt, festigte Waltz seinen Platz im internationalen Filmgeschäft. Auf der Berlinale war der 57-Jährige bereits mehrfach mit Filmen vertreten, darunter 2003 im Wettbewerb mit Oskar Roehlers "Der alte Affe Angst". Demnächst ist Waltz in Terry Gilliams "The Zero Theorem" und in Tim Burtons "Big Eyes" zu sehen.
Längst ist Trine Dyrholms Wirkungskreis nicht mehr auf ihr Heimatland Dänemark beschränkt, Erfolge feiert die Schauspielerin mittlerweile weltweit. Und schaut dabei auch regelmäßig auf der Berlinale vorbei, so unter anderem im Wettbewerb mit Rollen in "In Deinen Händen" von Annette K. Olesen, "En Soap" von Pernille Fischer Christensen, Olesens "Lille soldat" und zuletzt in "Die Königin und der Leibarzt" von Nikolaj Arcel. In "3096 Tage", der verfilmten Geschichte von Natascha Kampusch, spielte sie die Mutter der Langzeitentführten. Ihr Auftritt im Theaterstück "4:48 Psychosis" führte sie unter anderem auch an die Berliner Volksbühne. Derzeit ist sie in der neuen dänischen Fernsehserie "The Legacy" zu sehen.
Barbara Broccoli verbrachte bereits ihre ganze Kindheit an Filmsets, ihr Vater war der legendäre James-Bond-Produzent Albert R. Broccoli. Nach seinem Tod übernahm Barbara gemeinsam mit ihrem Bruder Michael G. Wilson die Produktion der Reihe. Unter ihrer Verantwortung entstanden Filme wie "James Bond 007 - Golden Eye", "Casino Royale", "Ein Quantum Trost" und "Skyfall". Doch auch jenseits der Geschichten um den britischen Geheimagenten ist die US-Amerikanerin, die 2008 zum Officer of the Order of the British Empire ernannt wurde, erfolgreich als Produzentin im Filmgeschäft unterwegs, so zum Beispiel für den Dokumentarfilm "Stolen Childhoods" oder das TV-Drama "Crime of Century". Daneben produzierte sie zahlreiche Bühnenstücke für den Broadway und das Londoner West End.
Der in Hongkong geborene Tony Leung ist einer der bekanntesten Schauspieler des chinesischen Kinos. Regelmäßig arbeitet er zusammen mit dem Regisseur Wong Kar-Wai, der 2013 der Berlinale-Jury vorstand. Zu sehen war er unter anderem in "Ashes of Time", "Chungking Express", "Happy Together", "2046" oder zuletzt auch in "The Grandmaster". Für ihre Zusammenarbeit "In the Mood for Love" wurde Leung 2000 in Cannes mit dem Darsteller-Preis ausgezeichnet. Der 51-Jährige ist in Actionfilmen ebenso zu sehen wie im Autorenkino, so beispielsweise in Ang Lees "Gefahr und Begierde", John Woos "Red Cliff" und dem Welterfolg "Internal Affairs" von Andrew Lau und Alan Mak.
Der französische Filmemacher Michel Gondry ist 2014 nicht nur in der Jury der Berlinale vertreten, in der Sektion Panorama feiert gleichzeitig sein Film "Is the Man Who Is Tall Happy" Europapremiere. Seine Karriere begann der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent mit dem Inszenieren von Werbespots und Musikvideos für Künstler wie die Rolling Stones, Björk oder Daft Punk. Der Film "Human Nature" war 2001 Gondrys Spielfilmdebüt. Für "Vergiss mein nicht" erhielt er 2005 einen Oscar. Im Wettbewerb der Berlinale war Michel Gondry mit "Science of Sleep – Anleitung zum Träumen" und "Abgedreht" zweimal außer Konkurrenz vertreten. Zuletzt inszenierte er so unterschiedliche Spielfilme wie "TheGreen Hornet" mit Seth Rogen und Christoph Waltz, "The We and the I " und "Der Schaum der Tage" mit Roman Duris und Audrey Tautou.
Die iranische Filmemacherin und Künstlerin Mitra Farahani ist ebenfalls ein gern gesehener Gast auf der Berlinale. Für ihren ersten Kurzfilm "Just une femme" wurde sie in Berlin 2001 mit dem Teddy Award ausgezeichnet. Ihre Filme "Tabous – Zohre & Manouchehr" sowie "Fifi Howls from Happiness" liefen 2004 und 2013 im Panorama. Gebürtig in Teheran lebt Farahani mittlerweile in Paris. Im Iran studierte sie Grafische Kunst und Malerei, später widmete sie sich in Frankreich auch der Videokunst. In der Dokumentation "Behdjat Sadr: Le temps suspendu" porträtierte sie 2007 eine der wegweisenden Künstlerinnen des abstrakten Impressionismus im Iran. Parallel dazu fängt Mitra Farahani in ihrer Malerei denselben Realismus ein, mit dem sie sich auch in ihren Filmen beschäftigt. Weitere Bildergalerien
Die Verblüffung war groß: Vier der insgesamt acht Bären gingen an Filme aus Asien, die zuvor nicht unbedingt als Favoriten gehandelt worden waren. Doch die Entscheidungen der Berlinale-Jury zeigen, dass gerade die kraftvolle Konkurrenz aus China nicht zu unterschätzen ist. Nur eine ...