
"Monuments Men" in Babelsberger Studios gedreht - George Clooney zeigt Film über Raubkunst auf der Berlinale
Der Fund hunderter Werke "entarteter Kunst" in einer Münchner Wohnung rückte das Thema wieder in die Öffentlichkeit: NS-Raubkunst. Darum dreht sich auch George Clooneys Film "Monuments Men - Ungewöhnliche Helden", den er auf der nächsten Berlinale präsentieren wird. Der unter anderem in Berlin und Brandenburg gedrehte Kunstkrimi basiert auf einer wahren Geschichte.
Der Kunstkrimi "Monuments Men - Ungewöhnliche Helden" von Oscar-Preisträger George Clooney läuft im offiziellen Programm der 64. Berlinale. Das teilte Dieter Kosslick, der Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin, am Freitag mit. Der Geschichtsthriller spielt Ende des Zweiten Weltkriegs und erzählt die wahre Geschichte von einem von den Alliierten beauftragten Team von Kunsthistorikern und Museumskuratoren, die bedeutende Kunstschätze vor den Nazis in Sicherheit bringen wollen.
"Der Kunstraub dieser Zeit ist angesichts des jüngsten Fundes in München aktueller denn je", erklärte Kosslick. "'Monuments Men - Ungewöhnliche Helden' verschafft diesem viel zu wenig bekannten Thema endlich weltweite Öffentlichkeit".
Die Berlinale läuft vom 6. bis 16. Februar 2014.

Unter anderen spielen Matt Damon und Cate Blanchett mit
Neben Clooney (52, "Gravity") standen für "Monuments Men - Ungewöhnliche Helden" sein Freund Matt Damon (43, "Good Will Hunting") sowie Bill Murray (63, "Lost in Translation"), Oscar-Preisträger Jean Dujardin (41, "The Artist"), Cate Blanchett (44, "Aviator") und John Goodman (61, "The Big Lebowski") vor der Kamera.
Gedreht wurde an mehr als 40 Drehorten in Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Vor allem im Harz und Berlin sorgte die fast 300-köpfige Filmcrew für viel Aufmerksamkeit. Hunderte Menschen bewarben sich als Komparsen, laut Filmstudio hatten sie rund 10.200 Einsätze.
Noch nicht entschieden ist nach Auskunft des Festivals, ob die deutsch-amerikanische Koproduktion auch im Wettbewerb um den Goldenen Bären startet. Seine Weltpremiere hat der Film am 7. Februar in den USA. In den deutschen Kinos startet der Film am 20. Februar.
Mit "Monuments Men - Ungewöhnliche Helden" ist Clooney zum zweiten Mal nach "Geständnisse - Confessions of a Dangerous Mind" (2003) mit einer Regiearbeit im offiziellen Programm des Festivals.
In den Babelsberger Filmstudios ist die Freude besonders groß. Denn nicht nur der Clooney-Film wurde in den traditionsreichen Studios gedreht. Auch der Eröffnungsfilm der 64. Berlinale, Wes Andersons "Grand Budapest Hotel", entstand dort als Koproduktion.
Fund von 1.400 Kunstwerken in Münchner Wohnung
In der Münchner Wohnung des 79-jährigen Kunsthändlersohnes Cornelius Gurlitt hatten Ermittler rund 1.400 meist verschollen geglaubte Kunstwerke beschlagnahmt. Viele gehören zu der von den Nazis als "entartet" verfemten Kunst, andere wurden verfolgten Juden geraubt.
Die Staatsanwaltschaft Augsburg lässt derzeit die Herkunft aller in der Wohnung des Kunsthändler-Sohns Cornelius Gurlitt gefundenen Bilder prüfen. Gurlitt wird Unterschlagung und Steuerhinterziehung vorgeworfen.
Bis heute werden tausende Kulturgüter und Dokumente vermisst, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis beschlagnahmt wurden. Mit dem spektakulären Münchner Kunstfund sind zumindest einige der verschollen geglaubten Werke wiedergefunden worden.
Der Kunstkrimi von Oscar-Preisträger Clooney basiert auf einer wahren Geschichte um eine spektakuläre Rettungsaktion von Kunstexperten. Grundlage für das Drehbuch von "Monuments Men" war das gleichnamige Buch von Robert M. Edsel und Bret Witter. Sie erzählen die atemberaubende Schatzsuche anhand von persönlichen Briefen und Tagebüchern der Schlüsselfiguren.
Diese gehörten einer ungewöhnlichen Sondereinheit an, die während des Zweiten Weltkrieges von US-Präsident Franklin D. Roosevelt nach Hitler-Deutschland geschickt wurde. Ihr Auftrag: Die größten Meisterwerke der Kunst aus den Händen der Nationalsozialisten retten. Zum Schutz vor Bombenangriffen hatten deutsche Museen und Archive ihre Sammlungen in Salzbergwerke oder Bunker ausgelagert. Diese Schätze sollen die Mitglieder der "Monuments, Fine Arts, and Archives Section" (MFA&A) aufspüren - ein Wettlauf mit der Zeit.
"Zerstöre die Kunst eines Volkes, und es ist, als hätte es nie existiert", sagt Clooney als Filmfigur in "Monuments Men". Er skizziert, warum Museumsleiter und Kunsthistoriker ihr Leben riskieren, um jahrhundertealte Kultur vor der Vernichtung zu bewahren und die Meisterwerke zu beschützen, die die Nazis teils gestohlen hatten.

In den USA entstand nach dem Krieg eine heftige politische Diskussion darüber, was mit den geretteten Kunstwerken geschehen soll. Es gab die Forderung, sie als Wiedergutmachung für die Kriegsverluste nach Amerika abzutransportieren. Einige der in München aufgetauchten Kunstwerke sollen nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" nach Kriegsende von den Alliierten beschlagnahmt und von diesen von 1945 bis 1950 verwahrt worden sein.
In den Nachkriegsjahren wurden bislang über fünf Millionen Kulturgüter, die die Nazis gestohlen hatten, an die Herkunftsländer zurückgegeben. Dass dies gelang, ist auch den "Monuments Men" zu verdanken, die bei der Identifizierung halfen.





