
Regisseur wird mit Hommage geehrt - Ken Loach erhält Goldenen Ehrenbären der Berlinale
Der britische Regisseur Ken Loach ist seit Jahrzehnten eine feste Größe des europäischen Kinos. Für sein sozialkritisches Lebenswerk ist er schon mehrfach ausgezeichnet worden. Jetzt kommt ein wichtiger Preis hinzu: Auf der Berlinale 2014 erhält Loach den Goldenen Ehrenbären - und wird zusätzlich mit der "Hommage" geehrt.
Der britische Filmregisseur Ken Loach erhält bei der Berlinale 2014 den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Die Internationalen Filmfestspiele ehren ihn außerdem mit der "Hommage". Zehn Werke des Briten werden zu sehen sein. Im Anschluss an die Preisverleihung zeigt die Berlinale den Film "Raining Stones" (1993).
"Ken Loach ist einer der großen europäischen Regisseure. In den nahezu 50 Jahren seines filmischen Schaffens hat er eine außergewöhnliche Kontinuität bewiesen, dabei ist er jedoch auch stets innovativ", teilte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick am Freitag mit. "Er drückt sein tiefes Interesse für Menschen, ihre Schicksale und sein sozialkritisches Engagement mit unterschiedlichen filmischen Mitteln aus. "Wir ehren Ken Loach als Regisseur, und wir verehren ihn als einen Menschen, der in seinen Filmen oft humorvoll gesellschaftliche Missstände widerspiegelt."
Sozialkritische Themen sind sein Markenzeichen
Loach kam am 17. Juni 1936 in Nuneaton/Warwickshire zur Welt. Nach Militär und Jura-Studium arbeitete er zunächst für das Theater und landete in den frühen 1960er Jahren beim Fernsehen. Mit dem halbdokumentarischen BBC-Film "Cathy Come Home" über den sozialen Wohnungsbau sorgte er 1966 für Aufregung. Bei der BBC brachen damals die Telefonleitungen zusammen, weil viele Zuschauer nach der Ausstrahlung ihre Hilfe anbieten wollten.
Auch in seinem ersten Kinofilm "Poor Cow" befasste er sich mit sozialkritischen Themen - was später zu seinem Markenzeichen werden sollte. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören das Arbeiterdrama "Kes" (1969) und die schwarte Komödie "Riff-Raff" (1991). Für "The Wind That Shakes the Barley" erhielt Loach 2006 bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme. 2012 wurde ihm in Cannes für "The Angels' Share" der Preis der Jury zugesprochen.
Loach ist bereits mehrfach für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden, unter anderem bei 1994 bei den Filmfestspielen von Venedig und 2006 von der British Academy of Film and Television Arts.



