Berlinale-Chef Dieter Kosslick (Quelle:dpa)

Festival-Programm steht - Clooney, Murray und Swinton kommen zur Berlinale

Autogrammjäger aufgepasst: Ein Besuch am roten Teppich der Berlinale wird sich auch 2014 lohnen. Unter anderen haben sich George Clooney, Bill Murray und Tilda Swinton angekündigt. Neben den Namen präsentierte Festival-Leiter Dieter Kosslick nun offiziell das Programm. Rund 400 Filme aus aller Welt werden vom 6. bis 16. Februar in den Berlinale-Kinos zu sehen sein.

George Clooney kommt, Bill Murray und Tilda Swinton auch. Zusammen mit vielen weiteren deutschen und internationalen Stars werden sie zwischen dem 6. und 16. Februar über den roten Teppich der Berlinale laufen. Festival-Direktor Dieter Kosslick gab am Dienstag bei der offiziellen Vorstellung des Programms der 64. Internationalen Filmfestspiele bekannt, wer alles dabei sein wird. Martin Scorsese, Pierce Brosnan, Matt Damon, Ralph Fiennes, Forest Whitaker, Catherine Deneuve, Patricia Arquette und Léa Seydoux stehen auf der Gästeliste des sichtlich stolzen Festival-Chefs. Das deutsche Kino vertreten beispielsweise: Bruno Ganz, Volker Schlöndorff, Hannah Herzsprung, Justus von Dohnányj und Diane Kruger.

"Mit über 400 Filmen, zehn Sektionen und fast 500.000 Kinobesuchern ist die Berlinale das inzwischen größte Publikumsfilmfestival der Welt", erklärte Festivaldirektor Dieter Kosslick am Dienstag. "Klingt gut. Ist gut."

Dieter Kosslick kuschelt mit dem Berliner Bären (Quelle:dpa)
Eher skeptisch: Kosslicks Blick zum Berliner Bären

Drei Schwerpunkte für das Festival

Die insgesamt 409 Produktionen aus aller Welt - sechs mehr als im Vorjahr - werden vom 6. bis 16. Februar in den Festivalkinos der Hauptstadt zu sehen sein. Im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurrieren 20 Filme, darunter vier deutsche Produktionen - so viele wie aus keinem anderen Land. Drei laufen außer Konkurrenz. Die übrigen sind in der Special-Reihe und den weiteren Festival-Sektionen zu sehen. Die drei Schwerpunkte sind in diesem Jahr Filme über Kinder und Jugendliche, deutsche Filme und Filme über Menschen in Gewaltstrukturen, wie Kosslick sagte. "Es gibt zwei Milliarden Kinder auf der Welt und ein großer Teil von ihnen leidet unter ihr", erklärte er. Der deutsche Film ist stark vertreten - mit 107 Produktionen und Koproduktionen.

Vier deutsche Filme im Wettbewerb

Einer der deutschen Wettbewerbsbeiträge kommt von der Regisseurin Feo Aladag: Sie ist mit dem Drama "Zwischen Welten" dabei. Edward Berger ("Frau2 sucht HappyEnd") geht mit "Jack" an den Start und Dietrich Brüggemann ("Drei Zimmer/Küche/Bad") mit "Kreuzweg". Der vierte deutsche Beitrag ist Dominik Grafs "Die geliebten Schwestern". Im vergangenen Jahr lief nur ein deutscher Film im Wettbewerb: Thomas Arslan schickte seinen Western "Gold" mit Nina Hoss ins Rennen. Der Film ging allerdings bei den Bären leer aus.

Eine Collage zeigt die Regisseure Edward Berger, Feo Aladag und Dietrich Brüggemann. (Foto: rbb/dpa)
Die Regisseure Edward Berger, Feo Aladag und Dietrich Brüggemann

Zu den Wettbewerbsbeiträgen zählen zudem Filme aus Ländern wie Argentinien, Japan, Brasilien, Großbritannien, Frankreich, Norwegen, Österreich, Zypern, China und den USA. 18 Weltpremieren und drei Spielfilmdebüts gibt es im offiziellen Wettbewerbsprogramm. Die Filme im Wettbewerb und einige weitere Filme stehen seit Mitte Januar fest.

Wes Anderson eröffnet die Berlinale

So kommt US-Regisseur Richard Linklater mit seinem neuen Film "Boyhood" nach Berlin, in dem die Hollywoodschauspieler Patricia Arquette und Ethan Hawke zu sehen sind. Linklater und Hawke waren bereits im vergangenen Jahr auf der Berlinale zu Gast: "Before Midnight" lief im Wettbewerb außer Konkurrenz. Überraschend wurde Linklater 2013 mit einer Berlinale-Kamera geehrt.

Eröffnet wird die 64. Berlinale mit dem Wettbewerbs-Film "The Grand Budapest Hotel" von US-Regisseur Wes Anderson, der ebenfalls nach Berlin reist. Koproduzent war hier das Filmstudio Babelsberg - genauso wie bei George Clooneys Film "The Monuments Men - Ungewöhnliche Helden", der im Wettbewerb außer Konkurrenz läuft.

Aus Frankreich ist Altmeister Alain Resnais (91) mit "Aimer, boire et chanter" (Lieben, Trinken und Singen) mit Sabine Azéma, Sandrine Kiberlain und André Dussollier im Wettbewerb vertreten. Ebenfalls aus Frankreich kommt "La voie de l'ennemi" (Die Stimme des Feindes) von Rachid Bouchareb ("London River") mit Darstellern wie Forest Whitaker, Harvey Keitel und Brenda Blethyn.

Drei chinesische Filme im Wettbewerb

Kosslick nannte auch Filme aus China als einen Fokus im Wettbewerb. Gleich drei Mal ist das Land offiziellen Wettbewerbsprogramm vertreten: Yinan Diao kommt mit "Bai Ri Yan Huo" (Black Coal, Thin Ice) nach Berlin. Weitere chinesische Beiträge sind "Tui Na" (Blind Massage) von Ye Lou und "Wu Ren Qu" (No Man's Land) von Hao Ning.

"Kraftidioten" heißt der Wettbewerbsfilm des Norwegers Hans Petter Moland. Darin ist Bruno Ganz an der Seite von Stellan Skarsgardund Birgitte Hjort Sørensen ("Borgen - Gefährliche Seilschaften") zu sehen.

Die peruanische Regisseurin Claudia Llosa - mit "Eine Perle Ewigkeit" Gewinnerin des Goldenen Bären im Jahr 2009 - ist mit "Aloft" vertreten. Darin spielen unter anderem Jennifer Connelly, Cillian Murphy und Mélanie Laurent. Aus Großbritannien kommt das
Nordirland-Drama "'71" von Yann Demange. Der zyprische Filmemacher Yannis Economides ist mit "Stratos" im Rennen.

Österreichischer Film "Macondo" feiert Weltpremiere

Seine Weltpremiere feiert auf der Berlinale die österreichische Produktion "Macondo" von Sudabeh Mortezai, die bereits mit ihren Dokumentarfilmen "Im Bazar der Geschlechter" und "Children of the Prophet" für Aufsehen gesorgt hatte.

Zwei Mal präsentiert sich der argentinische Film in der Konkurrenz um den Goldenen und die Silbernen Bären: Celina Murga zeigt "La tercera orilla" (Das dritte Ufer), Benjamin Naishtat kommt mit seinem Spielfilmdebüt "Historia del miedo" (Geschichte der Angst).

Im Wettbewerb sind außerdem vertreten: "Chiisai Ouchi" (The Little House) von Yoji Yamada aus Japan und "Praia do Futuro" (Strand der Zukunft) von Karim Ainouz aus Brasilien, in dem unter anderem der Deutsche Clemens Schick eine Rolle hat.

Über die Gewinner entscheidet eine achtköpfige, internationale Jury unter Vorsitz des "Brokeback Mountain"-Produzenten James Schamus. Zur Jury gehören außerdem Oscar-Preisträger Christoph Waltz und der französische Filmemacher Michel Gondry ("The Green Hornet").

George Clooney und Lars von Trier außer Konkurrenz

George Clooneys zeigt seinen neuen Film "The Monuments Men" außer Konkurrenz. Für "La belle et la bête" (Die Schöne und das Biest/außer Konkurrenz) des Franzosen Christophe Gans ("Der Pakt der Wölfe") standen Vincent Cassel, Léa Seydoux und André Dussollier vor der Kamera. Ebenfalls außer Konkurrenz läuft die Langfassung des Dänen Lars von Trier "Nymphomaniac Volume I" mit Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgard, Shia LaBeouf und Christian Slater.

In der Special-Reihe läuft unter anderem "Diplomatie" von Volker Schlöndorff mit André Dussolier, Robert Stadlober und Burghart Klaußner. Außerdem die rbb/arte-Koproduktion "Kathedralen der Kultur" von Wim Wenders, Robert Redford und Michael Glawogger.

Weitere knapp 800 Filme werden auf dem parallel zur Berlinale laufenden European Film Market für professionelle Filmeinkäufer gezeigt.

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