
Extra-Preise der 64. Berlinale - rbb-Koproduktion "Anderswo" auf der Berlinale ausgezeichnet
Bevor am Samstagabend die Bären verliehen wurden, verkündeten die unabhängigen Jurys und Nebenjurys der Berlinale bereits ihre Preisträger. Einer der Gewinner ist die rbb-Koproduktion "Anderswo", die mit dem Preis "Dialogue en perspective" ausgezeichnet wurde.
Vor der Verleihung der begehrten Berlinale-Bären haben am Samstag die unabhängigen Jurys und die Nebenjurys ihre Preise verkündet. Der vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) koproduzierte Spielfilm "Anderswo" von Ester Amrami gewann auf der Berlinale den Preis "Dialogue en perspective" des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW).
Erste Gratulationen kamen von rbb-Intendantin Dagmar Reim: "Die anrührende, deutsch-israelische Geschichte fragt nach Heimat, nach Familie im Angesicht der Globalisierung. Mehr Hier und Jetzt als in "Anderswo" kann kaum sein."
Die deutsch-israelische Geschichte ist der Abschlussfilm der 1979 in Israel geborenen Regisseurin an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam. Die Filmemacherin lebt in Berlin. "Anderswo" wird im Kino und danach in der ARD-Reihe "Debüt im Ersten" zu sehen sein.
Der mit 5.000 Euro dotierte "DFJW-Preis Dialogue en perspective" wird seit 2004 in der Sektion Perspektive Deutsches Kino verliehen. Er ist das Ergebnis eines interkulturellen filmischen Diskurses junger Menschen aus drei Ländern: Frankreich, Deutschland und einem jährlich wechselnden Gastland - diesmal Israel.
Auszeichnung für "Boyhood"
Das Langzeitprojekt "Boyhood" von US-Regisseur Richard Linklater wurde mit dem "Preis der Gilde Deutscher Filmkunsttheater" ausgezeichnet. Die drei Juroren der Jury, die Kinobetreiber und Mitglieder der Gilde sind, kürten "Boyhood" zum besten Film im Wettbewerb.
Ökumenische Jury ehrt "Kreuzweg"
Die Ökumenische Jury ehrte den Wettbewerbsfilm "Kreuzweg" des deutschen Regisseurs Dietrich Brüggemann. Das Drama handelt von einer jungen, radikalen Anhängerin einer Gemeinde der katholischen Pius-Bruderschaft. Der Film galt auch als ein Anwärter auf die Festival-Trophäen am Abend.
Je mit 2.500 Euro dotierte Preise der evangelischen und katholischen Jury gingen an John Michael McDonaghs Tragikomödie "Calvary" aus der Reihe Panorama sowie an den griechischen Regisseur Athanasios Karanikolas für seinen Film "Sto spiti" (At Home) aus der Forum-Reihe.

Amnesty zeichnet Dokumentation über Proteste auf Tahrir-Platz aus
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International vergab ihren mit 5.000 Euro dotierten Filmpreis an die Dokumentation "Al midan" ("Der Platz") von Jehane Noujaim, die in der Sektion Forum lief. Darin geht es um die Entwicklung der Proteste auf dem Tahrir-Platz in Kairo zwischen 2011 und 2013.
"'Al midan' ist eines der mutigsten Werke, das wir in den letzten Jahren gesehen haben", urteilte die Jury, zu der auch die Schauspielerin Melika Foroutan und die Produzentin Regina Ziegler gehören.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International vergibt seit 2005 auf der Berlinale alljährlich den Amnesty International Filmpreis für Filme, die sich um das Thema Menschenrechte verdient machen. Nominiert waren in diesem Jahr 14 Filme aus den verschiedenen Berlinale-Sektionen.
Generation zeichnet beste Kinder- und Jugendfilme aus
Die Jurymitglieder sind nicht älter als das Publikum: Elf Kinder und sieben Jugendliche haben im Rahmen der Berliner Filmfestspiele wieder die besten Kinder- und Jugendfilme mit den Gläsernen Bären geehrt.
"52 Tuesdays" von Sophie Hyde erhielt den Gläsernen Bären der Jugendjury im Wettbewerb Generation 14Plus als besten Film. Der Gläserne Bär der Kinderjury im Wettbewerb Generation KPlus geht an "Killa" von Avinash Arun.

"Das große Museum" erhält Caligari-Filmpreis 2014
Bereits am Freitag wurde der österreichische Film "Das große Museum" von Johannes Holzhausen mit dem Caligari-Filmpreis ausgezeichnet. Die mit 4.000 Euro dotierte Auszeichnung wird vom Bundesverband Kommunaler Filmarbeit gemeinsam mit dem Magazin "Filmdienst" vergeben.
Mit dem Porträt des Kunsthistorischen Museums in Wien sei dem Regisseur ein informativer, witzig-intelligenter Blick hinter die Kulissen einer Kulturbürokratie gelungen, befand die Jury. Der Film lief in der Serie Forum, die sich dem unkonventionellen, innovativen Kino widmet.
"Teddy" geht an brasilianischen Nachwuchsregisseur
Ein besonderes Highlight war am Freitag die 28. Verleihung der "Teddys" - der Preis des schwul-lesbischen Kinos. Bei der Gala in der Komischen Oper wurde "Hoje Eu Quero Voltar Sozinho (The Way he Looks)" des jungen Brasilianers Daniel Ribeiro zum besten queeren Spielfim gewählt.
Im Mittelpunkt steht ein 15-jähriger blinder Junge, dessen Gefühlsleben durch die Ankunft eines neuen Mitschülers durcheinander gebracht wird. In der Begründung der Jury heißt es, Regisseur Ribeiro habe in seinem Spielfilmdebüt "ein großartiges Drehbuch, starke Charaktere, schauspielerische Leistung, Kameraführung und Musik" kombiniert.






